Pressemitteilung-Detail

Tagung des Fachbereichs Agrarwirtschaft:
Lobby für die Weide
Die Fachhochschule Südwestfalen organisierte 5. Internationale Weidetagung. Experten aus Schweiz, Österreich, Luxemburg und Deutschland stellten Zwischenergebnisse verschiedener Forschungsprojekte vor.
Die Weidehaltung von Milchvieh bietet Vorteile gegenüber der Stallhaltung, verfügt aber über wenig Fürsprecher. Zur Beseitigung dieses Missstandes gründete sich vor Jahren die Internationale Arbeitsgruppe Weide. Auf ihrer jüngsten Tagung beleuchten Wissenschaftler und Praktiker aus dem deutschsprachigen Raum die verschiedenen Aspekte der Weidehaltung und Stand der jeweiligen Forschung.
Wegen des steigenden Kostendrucks ist für Landwirte insbesondere das Einsparpotential durch Weidehaltung gegenüber Stallhaltung interessant. Daher wurde beschlossen, dass der Soester Fachbereich Agrarwirtschaft in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer NRW eine ökomische Auswertung durchführt, die sowohl die Weidezeit als auch die jahreszeitlich bedingte
Stallhaltung umfasst. So soll eine betriebswirtschaftliche Vergleichsgrundlage entstehen, die insbesondere von den landwirtschaftlichen Beratern genutzt werden kann.
Das umfangreiche Themenspektrum der zweittägigen Arbeitstagung umfasste die Workshops "Weidetier und Pflanzenbestand", "Produktion und Vermarktung von Weidemilch", sowie "Beweidung und Tiergesundheit". So ist der Gehalt an Omega3-Fettsäuren in Weidemilch deutlich höher - hierzu arbeiten Wissenschaftler in Bayern und in Soest. Prof. Dr. Peter Kunz von der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft stellte Zwischenergebnisse "Auf der Suche nach der idealen Weidekuh" vor.
Eine Exkursion zu zwei Vollweidebetrieben betonte die praktische Ausrichtung der Tagung. Einen dieser Betriebe in der Eifelregion betreut der Soester Fachbereich Agrarwirtschaft in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer NRW im Rahmen des Projektes „Grünlandbewirtschaftung und Landschaftspflege durch das Vollweidesystem mit Milchkühen“, das von der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt gefördert wird.
Veranstaltet wurde die 5. Arbeitstagung der Internationalen Arbeitsgruppe Weide vom Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen in Aachen und Mondschau. "Mit der Weide beschäftigen sich nur wenig Leute", berichtet Walter Ising vom Soester Fachbereich Agrarwirtschaft. Dem Organisator der Tagung ist es wichtig, dass die Berater der Landwirtschafts-kammern eingebunden werden, sonst ist der Transfer des gewonnenen Wissens in die landwirt-schaftliche Praxis schwierig.
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