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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
29.04.2026

Zukunftsfähige Waldwirtschaft im Klimawandel

Prof. Dr. Gerrit Bub und Johannes Schmitt übernehmen die Leitung der Koordinationsstelle zur Konzeptionierung eines Wald-Hochschulinstituts

Arnsberg/Soest. Zum 1. April hat Dr. Gerrit Bub die Professur für Angewandte Waldwirtschaft im Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen angetreten. Gemeinsam mit Johannes Schmitt vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen übernimmt er die Leitung der Koordinationsstelle zur Konzeptionierung eines Wald-Hochschulinstituts in Arnsberg.

Der in Brilon lebende Forstmann war zuletzt Leiter der Forstabteilung bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und bringt umfassende Erfahrung im Bereich Aus- und Fortbildung sowie Privatwaldberatung mit. Johannes Schmitt verantwortete in den vergangenen vier Jahren als Geschäftsführer den Deutschen Forstwirtschaftsrat, den politischen Dachverband der Forstwirtschaft in Berlin.  

 

"Als Forstmann mit langjähriger Praxiserfahrung stehe ich für eine erwerbswirtschaftlich zukunftsfähige Waldwirtschaft im Klimawandel – auf klarer ökologischer Grundlage“, erklärt Professor Bub. Mehr als 80 Prozent der Wälder in Nordrhein-Westfalen lägen in privater und kommunaler Hand. Genau dort entscheide sich die Zukunft. „Der Privat- und Kommunalwald braucht Perspektiven, Einkommen und verlässliche Partner. Gleichzeitig braucht unsere Gesellschaft klimaresiliente Wälder, Wasser, Holz, Biodiversität und Erholung.“

 

Nachdem die Gründung des Wald-Hochschulinstituts bereits seit 2022 im Koalitionsvertrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung verankert ist, zeigt sich der Rektor der Fachhochschule Südwestfalen Prof. Dr. Dr. Alexander Prange zufrieden mit der nun erfolgten Besetzung: „Nach einer anhaltenden Vorbereitungs- und Abstimmungsphase kommen wir nun ins aktive Handeln. Das Leitungsteam wird in den kommenden Monaten im engen Austausch mit den Akteuren vor Ort die Voraussetzungen schaffen, ein praxisorientiertes, forstwirtschaftliches Institut im Privatwaldland Nummer Eins ins Leben zu rufen.“

 

Thomas Wälter, Leiter des Zentrums für Wald und Holzwirtschaft beim Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, erklärt: „Die Planungen zur Einrichtung des Instituts folgen dem Ziel der Landesregierung, die Forschung zum Ökosystem Wald, den Wissenstransfer und die berufliche Qualifikation zeitgemäß zu stärken. Dabei nehmen die klimabedingten Veränderungen und die gesellschaftlichen Erwartungen, die an unsere Wälder gestellt werden, eine entscheidende Bedeutung ein. Mit unserer Expertise als Fachzentrum für Wald in NRW werden wir mit der Fachhochschule Synergien zum Wohle des Waldes und des Clusters Forst und Holz NRW zukunftsweisend bündeln.“

 

Besondere Bedeutung des Privatwalds

27 Prozent der Landesfläche sind mit Wald bedeckt. Mit fast zwei Dritteln Flächenanteil nimmt der Privatwald in Nordrhein-Westfalen eine besondere Bedeutung ein. Zugleich stellt sich die Waldbewirtschaftung, auch aufgrund klimabedingter Schäden sowie abnehmender Wirtschaftlichkeit, als immer komplexer dar. Gerade im Klein- und Kleinstprivatwald nimmt die Motivation zur Bewirtschaftung und Pflege ab.

 

„Durch aktives Handeln und konsequentes Zusammendenken von Ökonomie und Ökologie kann die Anpassung an den Klimawandel gelingen. Ansonsten werden unsere Wälder ihre vielfältigen Gemeinwohlleistungen in Zukunft nicht mehr ausreichend erbringen können“, so Rektor Prange. „Wir wollen mit dem Institut auch hier Unterstützung im Veränderungsmanagement leisten. Zukunftsfähige Waldbewirtschaftung erfordert auf allen Arbeitsebenen eine gute berufliche Qualifikation. Auf sich verändernde Situationen und neue Herausforderungen muss die Arbeitswelt dynamisch mit angepassten Kompetenzen reagieren und attraktive Tätigkeitsfelder bieten.“