Pressemitteilung-Detail

Schrauben, sägen, lackieren – und dann Gas geben
Schülerinnen und Schüler der St. Walburga Hauptschule bauen Seifenkisten als Berufsorientierungsprojekt
Meschede. Wie praxisnahe Berufsorientierung gelingen kann, zeigt ein aktuelles Kooperationsprojekt in Meschede: Gemeinsam mit dem zdi Netzwerk Bildungsregion Hochsauerlandkreis, dem Stadtmarketing Meschede, der Fachhochschule Südwestfalen und regionalen Unternehmen hat die St. Walburga Hauptschule ein technisches Projekt für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 umgesetzt.
Im Technik-Wahlpflichtkurs, der zwischen den Herbst- und Osterferien des Schuljahres 2025/2026 stattfand, arbeiteten 15 Jugendliche intensiv an einem besonderen Vorhaben: dem Bau von zwei fahrbereiten Seifenkisten. Ziel des Projekts war es, praktische Arbeit mit Berufsorientierung zu verbinden und gleichzeitig Einblicke in die Arbeit von Unternehmen zu ermöglichen.
Der Projektverlauf war bewusst praxisnah gestaltet: Zu Beginn beschäftigten sich die Jugendlichen mit Bauplänen, Konstruktion und Modellbau – unter anderem anhand eines Formel-1-Modells. Anschließend folgte die Umsetzung in die Praxis: Schrauben, Sägen und Lackieren standen auf dem Programm, bis schließlich zwei echte Renn-Seifenkisten entstanden, die nun für den Einsatz vorbereitet sind. Koordiniert wurde das Projekt von Sabrina Becker und fachlich begleitet durch Bastian Obertegger und Elke Henke von der Fachhochschule Südwestfalen.
Ein besonderer Baustein war die Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen: So übernahmen die Schülerinnen und Schüler zunächst die Vorarbeiten für die Lackierung, bevor sie am 24. März das Lackier- und Karosseriezentrum Bremer besuchten. Dort erhielten sie nicht nur einen praxisnahen Einblick in die Arbeitswelt, sondern konnten unter Anleitung der Auszubildenden Celine selbst Hand anlegen – etwa beim Spachteln und Schleifen. Gleichzeitig lernten sie die Berufsbilder des Fahrzeuglackierers und des Kfz-Mechatronikers kennen.
„Mir hat das Projekt viel Spaß gemacht, weil wir nicht nur Theorie hatten, sondern wirklich selbst bauen konnten“, erzählt Schüler Raaed. Der Besuch bei Bremer war für ihn ein Highlight. Wenn alles klappt, wird er hier seine Ausbildung machen. „Ich konnte direkt sehen, wie der Beruf in der Praxis aussieht. Dass ich da jetzt sogar nach den Osterferien ein Praktikum machen kann, freut mich total.“
Auch die Finanzierung des Projekts hat die regionale Wirtschaft ermöglicht: Die Bausätze wurden vom Dachdeckerbetrieb Alex Stappert sowie vom Mescheder Restaurant Davut bereitgestellt. Das Stadtmarketing Meschede unterstützte das Projekt organisatorisch und bringt die Seifenkisten beim Seifenkistenrennen anlässlich des Stadtfests am 10. Mai an den Start.
„Solche Projekte sind für unsere Schülerinnen und Schüler besonders wertvoll, weil sie einen direkten Bezug zur Praxis haben“, erklärt die kommissarische Schulleiterin der St. Walburga Hauptschule Steffi Lehmkühler. „Im Technik-Wahlpflichtkurs ist es unser Ziel, gemeinsam mit Unternehmen konkrete Projekte umzusetzen. Wichtig ist, dass die Jugendlichen etwas selbst erarbeiten und ein greifbares Ergebnis haben.“