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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
20.03.2026

Intelligente Software für stabile Stromversorgung

Masterabschluss ebnet den Weg für den Berufseinstieg – Absolvent Nikolaos Karapoulatidis mit dem Dr. Kirchhoff-Preis ausgezeichne

Soest. Ein Masterstudium macht Sinn für alle, die sich fachlich weiter spezialisieren und ihre beruflichen Aufstiegschancen verbessern möchten. Nikolaos Karapoulatidis hat seinen Master im Studiengang Systems Engineering and Engineering Management an der Fachhochschule Südwestfalen in Soest absolviert. Für ihn sind scheinbar unlösbare Aufgaben eine sportliche Herausforderung. So hat sich der 25-Jährige im Rahmen seiner Abschlussarbeit mit einem speziellen Algorithmus für Stromversorgungen beschäftigt und dessen Implementierung auf kosteneffizienter Hardware entwickelt. Für seine Arbeit wurde er mit dem Dr. Kirchhoff-Preis ausgezeichnet. Für das Unternehmen AEconversion GmbH und Co. KG, mit dem er zusammengearbeitet hat, sind die Ergebnisse besonders wertvoll für die künftige Produktentwicklung. Für den Absolventen ist der ausgezeichnete Masterabschluss die Eintrittskarte für eine vielversprechende Karriere.

„In meiner Masterarbeit ging es um einen speziellen Algorithmus, der dafür sorgt, dass eine Stromversorgung nach einem Lastsprung möglichst schnell die angestrebte Ausgangsspannung erreicht und diese stabil hält“, fasst Nikolaos Karapoulatidis den Kern seiner Arbeit zusammen. Aus eigenem Antrieb hat er sich in monatelanger Arbeit in die Tiefen der Leistungselektronik begeben – weil ihn Technik fasziniert und weil er es kann. Karapoulatidis hat gemeinsam mit  AEconversion aus Bad Sassendorf einen Prozess entwickelt, der dafür sorgt, dass der Spannungsabfall bei Einschalten eines Geräts unmittelbar kompensiert wird. Dies gelingt dem Absolventen über einen speziellen Algorithmus: „Ein klassischer Regler würde sich erst an den richtigen Wert herantasten und prüfen, wie viel Energie zum Kompensieren der Ausgangsspannung benötigt wird. Mein Regelalgorithmus schätzt dies im Voraus ab, indem er unmittelbar nach einem Lastsprung gezielte Berechnungen durchführt und so direkt genaustens weiß, wie viel Energie zur Kompensation erforderlich ist. Dadurch kann er schnellstmöglich reagieren.“ Die Entwicklung wurde für einen DC/DC-Wandler umgesetzt, ein leistungselektronisches System, das eine höhere Eingangsspannung in eine geringere Ausgangsspannung umsetzt, mit dem Ziel, die Ausgangsspannung auch bei Lastsprüngen möglichst konstant zu halten. Der Algorithmus lässt sich kosteneffizient nur in Kombination mit einem Mikrocontroller implementieren, analoge elektronische Schaltkreise wären hierzu nicht in der Lage. „In den Systemen des Unternehmens, für das ich arbeite, sind ohnehin meist bereits entsprechende Mikrocontroller verbaut. Dadurch kann man die digitale Regelung direkt darauf programmieren und spart zusätzlich Kosten für analoge Regel-ICs oder Kompensationsnetzwerke“.

Die AEconversion GmbH und Co. KG entwickelt und fertigt kundenspezifische Leistungselektronik, insbesondere Stromversorgung und Batterieladegräte für industrielle Applikationen. Für Geschäftsführer Stefan Grösbrink hat die Arbeit von Nikolaos Karapoulatidis einen konkreten Mehrwert: „Herr Karapoulatidis hat gezeigt, dass durch intelligente digitale Regelung das dynamische Verhalten von DC/DC-Konvertern signifikant verbessert werden kann – und das auf kosteneffizienter Standardhardware. Durch die höhere Flexibilität einer digitalen Regelung erhöhen wir die Wiederverwendbarkeit von Designs, was von enormer strategischer Bedeutung für das Unternehme ist. Wir werden die Ergebnisse unmittelbar in zukünftige Entwicklungsansätze überführen.“

Betreut wurde die Masterarbeit von Prof. Dr. Dominik Aufderheide: „Die Arbeit von Herrn Karapoulatidis aus wissenschaftlicher Sicht war wirklich eine große Freude. Die Verbindung aus aktueller Forschung und sofortiger Anwendung in einem zukünftigen Produkt ist schon etwas Besonderes. Auch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Unternehmen muss man in diesem Kontext unbedingt hervorheben. Solche Kooperationen sind eine Win-Win-Situation für den Studierenden, das Unternehmen und natürlich die Hochschule.“

Der Dr. Kirchhoff-Preis ist mit 3.000 Euro dotiert. Nikolaos Karapoulatidis hat mit seinem Know-how und durch seine freundliche und zuverlässige Art so überzeugt, dass er seit Mai 2025 als Hardware- und Softwareentwickler für Stromversorgung und Leistungselektronik in Bad Sassendorf arbeitet. „Das Schöne an meinem Job ist, jeder Tag ist anders. Wir sind ein relativ kleines Unternehmen, dadurch sind die Aufgaben sehr abwechslungsreich. So beschäftige ich mich mit Transformatoren, Hardwareentwicklung, weg von der reinen Software, und ab und zu auch mit technischen Marketingangelegenheiten. Das gefällt mir richtig gut!“