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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
13.12.2021

Herr Weber hat keine Angst vor Strom und Widerstand

Nach 37 Jahren geht Laboringenieur Karl-Heinz Weber (fast) in Rent

Soest. Wer sich nach dem Urlaub auf den ersten Arbeitstag freut, hat eine Menge richtig gemacht. Karl-Heinz Weber war zur richtigen Zeit am richtigen Ort – und das 37 Jahre lang. Mehr als 3000 Studierende hat der gelernte Elektromeister in Praktika der Elektronik und Elektrotechnik an der Fachhochschule Südwestfalen betreut. Im Dezember geht der 64-Jährige in den Ruhestand, aber noch nicht so ganz

Gründung der Fachhochschule Südwestfalen vor 20 Jahren, Studienreform, Digitale Revolution – viele Dinge ändern sich, die Grundlagen der Elektrotechnik aber nicht. 37 Jahre lang im Praktikum, wer meint, das sei langweilig, der irrt, so Karl-Heinz Weber: „Ich habe ja immer wieder neue Studierende vor mir und in jedem Jahrgang kommen andere Fragen, neue Aufgaben hinzu“. Die Betreuung von Diplom- und Bachelor-Arbeiten erfordern immer wieder großes Einfühlungsvermögen. Mit jungen Leuten zusammenarbeiten, das hat ihm riesig Spaß gemacht. Den Studierenden ebenso, sonst würden nicht immer noch so viele Absolvent*innen jedes Jahr Geburtstagsgrüße senden oder auf der Soester Allerheiligenkirmes auf einen Schwatz stehen bleiben. 

Ein bisschen Glück und eine ordentliche Prise Humor sind noch immer treue Wegbegleiter. So hat Karl-Heinz Weber 1984 ganz knapp vor Bewerbungsschluss seine Unterlagen eingereicht und sich so den ersten Job, damals noch an der Universität-Gesamthochschule Paderborn, Abteilung Soest, im Labor für Bauelemente und Schaltungen der Energietechnik, gesichert. Es folgten Einsätze in den Laboren Regelungstechnik und Messwerterfassung mit der entsprechenden Praktikumsbetreuung sowie die Ausbildung von 17 Azubis im Berufszweig „Energieelektroniker für Betriebstechnik“. Seit 2000 führt der Liesborner Praktika als Laboringenieur im Labor für Elektrische Maschinen und Leistungselektronik durch.

Auf die Frage, ob Elektrotechnik als klassischer technischer Studiengang nicht langsam etwas oldschool sei, antwortet Weber: „Elektrotechnik gehört überhaupt nicht zum alten Eisen! Alle Leute wollen über Elektrische Energie überall und zuverlässig verfügen. In Zukunft möchten viele Elektroautos fahren. Wir brauchen machbare Lösungen, um die Energiewende umsetzen. Regenerative Energien, Antriebstechnik, Digitalisierung, Datenübertragung  – überall dort ist das Wissen von Elektroingenieur*innen gefragt.“ Elektrische Energie ist nicht greifbar und flößt Respekt ein. „Alles halb so wild“, wenn man die nötigen Sicherheitsvorschriften einhält. Sein Wort wissen die Studierenden sehr zu schätzen: „Ich sag immer, ‚wenn Ihr nicht weiterkommt, ich erklär Euch das auch fünf Mal und öfter, wenn’s sein muss‘. So ganz kann und will er noch nicht loslassen vom Hochschulalltag. Im Rahmen eines Lehrauftrags möchte er sein Wissen stundenweise weiter teilen. Studierende, Kolleg*innen und seinen Nachfolger wird es sehr freuen.