Digital Gender Gap
Der Digital Gender Gap zeigt spürbare Unterschiede zwischen den Geschlechtern im Digitalisierungsgrad und der technischen Ausstattung in der Arbeitswelt. Frauen bekommen weniger Zugang zu digitalen Technologien im Arbeitskontext. Bei Vollzeitbeschäftigten bekommen beispielsweise 56 % der Männer einen Laptop zur Verfügung gestellt gegenüber 36 % der Frauen. Männer erhielten von ihrem Arbeitgeber zu 32 % ein Smartphone, Frauen aber nur zu 24 %.
Quelle: Initiative D21 / Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V.:„Lagebild zu Gender(un)gleichheiten in der digitalisierten Welt“, 2018/19
Gender Care Gap
Als Gender Care Gap wird die Lücke zwischen den Geschlechtern in der aufgewendeten Zeit für unbezahlte Sorgearbeit (Kinderbetreuung, Hausarbeit, Pflege von Angehörigen) bezeichnet. Im Jahr 2022 leisteten Frauen im privaten Kontext im Durchschnitt 43,4 % mehr unbezahlte Care-Arbeit als Männer (Statistisches Bundesamt (Destatis), 2025). Als Folge daraus sind nicht nur Zeit, sondern häufig damit verbunden auch Geld und Macht ungleich verteilt und nicht selten kommt es zu finanziellen Abhängigkeiten von Frauen von ihren Partnern. Die wirtschaftlichen Nachteile schlagen sich häufig auch in einer geringeren Alterssicherung nieder.
Quelle: Gender Care Gap - Statistisches Bundesamt (Zugriff: 03.02.2026)
Gender Health Gap
Im Bereich der Gesundheit gibt es zahlreiche Geschlechterungleichheiten, die sich aus Unterschieden in Biologie, Verhalten und gesellschaftlichen Umständen ergeben können. Grundsätzlich können geschlechterspezifische Benachteiligungen im Bereich der Gesundheit sowohl Männer als auch Frauen in unterschiedlichen Bereichen betreffen. Das Gebiet der geschlechtersensiblen Gesundheitsforschung ist sehr facettenreich. Zum Beispiel dient in der Forschung, Prävention und Behandlung von Krankheiten fast ausschließlich der männliche Körper als Referenzpunkt, genau genommen der europäische, also der weiße, cisgender Mann. Ob Forschung, Arzneimittel oder Tumorerkennung: In den letzten Jahrzehnten wurden häufig nur die Erfahrungen männlicher Patienten berücksichtigt und Behandlungsmethoden und Medikamente(ndosierungen) wurden und werden nach wie vor auf Basis der Bedürfnisse männlicher Patienten abgestimmt. Viele Krankheiten äußern sich bei Frauen anders als bei Männern (z. B. Herzinfarkt) und werden so später, zu spät oder gar nicht erkannt. Das Phänomen tritt bei manchen Krankheitsbildern, die deutlich häufiger bei Frauen diagnostiziert werden (z.B. Brustkrebs: jede 100ste Brustkrebserkrankung trifft einen Mann) auch andersherum auf, so dass hier Männer bei der Gesundheitsversorgung schlechter gestellt sind.
Quelle:
Gender Health Gap - Bundesstiftung Gleichstellung
Mitschrift Landtagsanhörung: Mehr Gerechtigkeit im Gesundheitswesen – Frauengesundheit und geschlechtergerechte Medizin weiter vorantreiben. Anhörung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales und des Ausschusses für Gleichstellung und Frauen am 01.10.2025 (Zugriff: 03.02.2026)
Gender Pay Gap
Der Gender Pay Gap bezeichnet die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen. Im Jahr 2025 betrug die Lohnlücke 16 % (bereinigt: 6 %). Der unbereinigte Gender Pay Gap spiegelt strukturelle Unterschiede und Zugangshürden von Frauen auf dem Arbeitsmarkt wider. Der bereinigte Gender Pay Gap klammert jene Faktoren aus, die statistisch erklärt werden können. Hierzu zählen unter anderem unterschiedliche Erwerbsbiografien durch mehr unbezahlte Care Arbeit der Frauen, die Überrepräsentation von Frauen in schlecht bezahlten Branchen und ihre Unterrepräsentation in Führungspositionen. So arbeiten Frauen oft in schlechter bezahlten Berufen (z.B. in der Pflege oder im Erziehungswesen) und mit Kindern häufiger in Teilzeit als ihre männliche Kollegen. Jedoch können auch die erklärbaren Differenzen auf geschlechtsspezifische Diskriminierung zurückgeführt werden. Je nach Branche unterscheidet sich der Lohnabstand. Im Bereich der Privatwirtschaft in Deutschland belief sich der (unbereinigte) Lohnabstand von Männern und Frauen im Jahr 2025 auf 17 %, im öffentlichen Dienst auf 4 %.
Quelle:
Gender Pay Gap 2025 unverändert bei 16 % - Statistisches Bundesamt
https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Glossar_Entgeltgleichheit/DE/18_Lohnluecke.html (Zugriff: 03.02.2026)
Gender Pension Gap
Der Gender Pension Gap bezeichnet die Differenz in der durchschnittlichen Rentenhöhe zwischen Männern und Frauen und ist eine Folge des Gender Pay Gaps, liegt jedoch deutlich höher. Laut einer Studie des statistischen Bundesamts (Destatis) lag der Gender Pension Gap im Jahr 2023 bei 27,1 % (bei Frauen mit Hinterbliebenenrenten oder -pensionen) beziehungsweise bei 39,4 % (bei Frauen ohne Hinterbliebenenrenten oder -pensionen). Eine geringere Rente erhöht das Risiko von Altersarmut bei Frauen und kann ihre finanzielle Unabhängigkeit beeinträchtigen. Zudem belastet es soziale Sicherungssysteme und kann zu erhöhten staatlichen Ausgaben führen. Das Schließen der Rentenlücke ist daher nicht nur eine Frage der Geschlechtergerechtigkeit, sondern auch von wirtschaftlicher Bedeutung für die Gesellschaft insgesamt.
Quelle:
Gender Pension Gap: Ursachen & Auswirkungen (Zugriff: 03.02.2026)