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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
26.03.2026

TransferXChange zeigt Innovationskraft der Region

Enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in Südwestfalen bringt neue Lösungen hervor

Hemer. Wie aus Ideen konkrete Lösungen entstehen, zeigte der Innovationskongress „TransferXChange“ im Sauerlandpark Hemer. Rund 100 Teilnehmende aus Wirtschaft und Wissenschaft kamen zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, Projekte und Zukunftsthemen auszutauschen. Im Mittelpunkt stand das 15-jährige Bestehen des Transferverbunds Südwestfalen, der seit 2010 als Plattform für den Austausch zwischen Unternehmen und Hochschulen dient. Ziel ist es, Wissen schneller in die Anwendung zu bringen und daraus konkrete Wertschöpfung für die Region zu schaffen.

Zum Auftakt betonte Ralf Schwarzkopf, Landrat des Märkischen Kreises, die Bedeutung der Zusammenarbeit für die Innovationskraft der Region. „Die eigentliche Herausforderung ist nicht unbedingt das Wissen an sich, sondern der Weg vom Wissen in die Anwendung“, so Schwarzkopf. Angesichts von Wettbewerb, Kostensteigerungen und Fachkräftemangel wird die Stärkung regionaler Netzwerke immer wichtiger.

Wie Unternehmen diesen Wandel gestalten können, zeigte Christian F. Kocherscheidt (EJOT Finance SE & Co. KG). In seiner Keynote beschrieb er die strategische Neuausrichtung des Unternehmens in Zeiten wirtschaftlicher und technologischer Umbrüche. Mit dem Programm „EJ 2025“ setzt EJOT auf Internationalisierung, neue Geschäftsfelder und nachhaltige Prozesse. „Dann ist es an uns, da was zu bewegen“, betonte Kocherscheidt und unterstrich die aktive Rolle von Unternehmen im Transformationsprozess.

Kooperation als Motor für Innovation

Im anschließenden Panel wurde deutlich, wie wichtig stabile Netzwerke für diesen Wandel sind. Jochen Schröder (GWS Märkischer Kreis), Thomas Frye (IHK Arnsberg) und Prof. Andreas Nevoigt (FH Südwestfalen) hoben die Bedeutung des Netzwerks als Bindeglied zwischen Theorie und Praxis hervor. Schröder wies darauf hin, dass bereits mehrere hundert Unternehmen unterstützt wurden, während Nevoigt den wachsenden Praxisbezug in Forschung und Lehre betonte.

Mehrere Projektbeispiele zeigten, wie Zusammenarbeit konkret gelingt. So entwickelte SES Sandmann aus Hagen gemeinsam mit der Hochschule Hamm-Lippstadt neue digitale Marketingansätze, während Raziol Zibulla & Sohn aus Iserlohn zusammen mit der FH Südwestfalen eine automatisierte Präzisionsdüse zur Serienreife brachte. Bei Wilhelm Humpert aus Wickede führte die Kooperation mit der Hochschule zu einem neuen Fertigungsverfahren und zur Rückverlagerung der Produktion nach Deutschland. Ein besonderes Beispiel lieferte Schlager Industrieofenbau: Im Rahmen eines Makerthons entwickelten Studierende innerhalb von 24 Stunden ein digitales Tool, das die Energie- und CO₂-Einsparpotenziale von Industrieöfen berechnet – eine direkt nutzbare Lösung mit hohem Praxisbezug.

 

Zukunft gestalten: Impulse aus Forschung und Praxis

Einblicke in aktuelle Forschung boten fünf Innovationspitches der Hochschulen FH Südwestfalen und Hamm-Lippstadt. Die Themen reichten von Führung in digitalen Arbeitswelten über nachhaltige Logistik bis hin zu KI-gestützten Produktionssystemen und neuen Werkstoffen. Ziel war es, Unternehmen auf innovative Ansätze aufmerksam zu machen und Impulse für Kooperationen zu geben.

Auch Start-ups lieferten wichtige Impulse. Arthur Roenisch (Zelocon) thematisierte den steigenden Energiebedarf von Rechenzentren und die Rolle neuer Technologien wie Quantencomputing. Lukas Ostermann (Morpheus Logistik) zeigte, wie aus einem Forschungsprojekt ein funktionierendes Geschäftsmodell im Bereich Drohnenlogistik entstand. Rodja Trappe (Zauberzeug) präsentierte mit dem „Feldfreund“ einen autonomen Roboter, der dank innovativer Bildverarbeitung und KI-Unterstützung Unkraut erkennt und selbstständig entfernt.

Den Abschluss bildete das Tech-Café, in dem die Teilnehmenden an Themenstationen konkrete Anwendungen und Ideen diskutierten. Dabei wurde deutlich, dass Innovation vor allem durch Austausch, vernetzte Perspektiven und aktive Zusammenarbeit entsteht.