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Pressemitteilung-Detail

FH Gebäude
09.01.2026

Forschung für die Praxis über Systemgrenzen hinaus

Rund 700 Teilnehmende beim 37. Soester Agrarforum am 9. Januar / Soester Agrarpreis für Eric Christoph Pehle

Soest. Trotz schwieriger Wetterbedingungen dank Sturmtief Elli fanden am 9. Januar rund 700 Teilnehmende den Weg zum Soester Agrarforum 2026 der Fachhochschule Südwestfalen. Der Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft Prof. Dr. Marc Boelhauve begrüßte die Gäste zum Austausch unter dem Motto „Forschung für die Praxis über Systemgrenzen hinaus“ in der Soester Stadthalle.

„Agrarwirtschaft und Landnutzung sind für unsere Gesellschaft systemrelevant“, erklärte Boelhauve einleitend zum mittlerweile 37. Agrarforum. „Und Forschung macht diese besser.“ Forschung über Systemgrenzen hinaus bedeute, Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen wie der Agrar- und Forstwissenschaft zusammenzubringen, um Herausforderungen wie den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Waldbewirtschaftung oder Nahrungsmittelproduktion zu bewältigen.

 

Die Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Silke Gorißen bekräftigte diese Sichtweise in einem Video-Grußwort. „Wissenschaft und Forschung können starke Lösungen für aktuelle und zukünftige Herausforderungen in der Land- und Ernährungswirtschaft liefern“, so Gorißen. „Die nordrhein-westfälische Forschungslandschaft ist hier sehr gut aufgestellt. Ein wichtiger Impulsgeber ist die Fachhochschule Südwestfalen mit ihrer vielfältig aufgestellten Struktur und ihren innovativen Projekten, wie das von der Landesregierung geförderte Projekt ZEKAN 2-L, mit dem ein Zentrum für klimaangepasste und nachhaltige Landnutzung und Lebensmittelproduktion entsteht. Große Strahlkraft geht auch vom Soester Agrarforum aus: Im Dialog mit der Praxis, der Wissenschaft, Politik und Verwaltung, wird beim Agrarforum über aktuelle Themen und zentrale Fragestellungen der Agrar-Branche diskutiert und an praxistauglichen Lösungen für die Landwirtschaft und Forstwirtschaft gearbeitet.“

 

Wie Forschung an praxistauglichen Lösungen für die Forstwirtschaft künftig konkret aussehen wird, verdeutlichten Hochschul-Rektor Prof. Dr. Dr. Alexander Prange und der Leiter des Arnsberger Zentrums Wald- und Holzwirtschaft Thomas Wälter. Seit Anfang Januar hat die Koordinationsstelle zur Gründung des bereits 2024 im Landtag NRW beschlossenen Wald-Hochschulinstitut seine Arbeit aufgenommen. Ziel sei laut Wälter die Vernetzung und das interdisziplinäre Arbeiten, um eine aktive, an den Klimawandel angepasste Waldentwicklung zu gestalten. Angesichts von 140.000 Hektar geschädigter Fläche im Nadelwald in NRW seit 2018 müssten die laufenden Bemühungen verstärkt werden. „Insofern sind wir froh, dass wir dank des Engagements von Landtagsabgeordneten in für die Hochschulfinanzierung schwierigen Zeiten die Chance bekommen haben, das Wald-Hochschulinstitut gemeinsam einzurichten“, so Rektor Prange. 

 

Dass Forschung für die Praxis über Systemgrenzen hinaus bereits gelebt wird, belegten Vorträge zu den Projekten ZEKAN-2L und ReForm-Regiowald sowie zur landnutzungsökologischen Station der Hochschule in Ense-Gerlingen. Agroforst Pionier Jan Große-Kleimann zeigte am Beispiel seines Hofes im Münsterland, wie sich Gehölze, Ackerkultur und Grünland sinnvoll kombinieren lassen. Die Kombination von Apfelbäumen mit Ackerstreifen sorgen dort für mehr Biodiversität, Klimaschutz und regionale Ernährungssicherheit.    

 

Soester Agrarpreis 2026 geht an Eric Christoph Pehle

 

Traditionell verleiht der Ehemaligenverband Susatia auf dem Soester Agrarforum den Soester Agrarpreis, 2026 bereits zum 26. Mal. Der diesjährige Preisträger kommt aus Schmerlecke, ist 23 Jahre alt und heißt Eric Christoph Pehle. Er hat seine Bachelorarbeit zum Thema Einfluss von Mikronährstoff-Unterfußdüngung, Saattechnik und Saatmenge auf Ertrag und Proteingehalt von Ackerbohnen verfasst. „Die Aktualität dieses Themas zeigt sich nicht nur in den geplanten und bereits getätigten Investitionen zahlreicher Firmen im Bereich alternativer Proteinquellen“, erklärte der Susatia-Vorsitzende Jonas Thiel in seiner Laudatio. Auch die Förderung durch die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen zeige die Relevanz der mit „sehr gut“ bewerteten Abschlussarbeit.

 

Soester Agrarpreisträger verdienen sich ihren Preis nicht nur durch überdurchschnittliche Studienleistungen. Erforderlich seien zudem besonderes Engagement auch außerhalb des Lernens sowie eine beispielhafte Persönlichkeitsentwicklung, wie Thiel erklärte. Pehle zeichne sich vor diesem Hintergrund durch vielfältiges Engagement aus, sei es als Jäger und Drohnenpilot in der Rehkitzrettung, in der heimischen Kirchengemeinde und der freiwilligen Feuerwehr bis hin zur Organisation studentischer Exkursionen nach Thüringen, Polen oder Österreich. Aktuell ist der Preisträger als Agrarreferent an der Landvolkshochschule Hardehausen tätig und plant ein Masterstudium in Agrarwirtschaft aufzunehmen.