Bereits die
Budapest Open Access Initiative von 2001 nennt zwei komplementäre Strategien, um Open Access umzusetzen, nämlich den sogenannten grünen sowie den goldenen Weg.
Gold Open Access
Der goldene Weg oder Gold Open Access meint die Erstveröffentlichung eines wissenschaftlichen Beitrags in einem Open-Access-Journal, -Sammelband oder als Open-Access-Monografie. Es gelten die üblichen Qualitätsstandards wie das Peer-Review-Verfahren, über die Nutzung freier Lizenzen verbleibt das Urheberrecht zudem bei den Autor*innen und Nutzungsrechte für den weiteren Umgang mit dem Beitrag werden explizit festgelegt (s. den Unterpunkt
Autorenrechte und Lizenzen). Für die Veröffentlichung fallen Publikationsgebühren an, wie eine Article Processing Charge (APC) oder eine Book Processing Charge (BPC).
Die Bibliothek kann Sie nicht im Hinblick auf ein für Ihren Fachbeitrag geeignetes Open-Access-Journal beraten. Wir möchten Sie jedoch auf einige Übersichten hinweisen:
- Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) liefert einen Überblick über seriöse, peer-reviewed Open-Access-Journals. Hier können Sie unter dem Reiter Search nach E-Journals und Artikeln suchen und diese im Anschluss nach Fachdisziplinen (Subjects) filtern. Alternativ ist es möglich, ein Schlagwort Ihres für die Veröffentlichung vorgesehenen Beitrags in das Suchfeld einzugeben, um nach thematisch ähnlichen Artikeln und deren übergeordneter Zeitschrift zu recherchieren.
- Auch Pre-Prints lassen sich Open Access einer großen Fachcommunity schnell zugänglich machen. Hier haben sich fachspezifische Reihen und Dokumentenserver bewährt. Bitte hören Sie sich innerhalb Ihrer Fachcommunity um oder konsultieren Sie die fachspezifischen Informationen auf der Plattform open-access.network.
Hinweis: In der
Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) werden Open-Access-Journals mit besonderen Merkmalen versehen und lassen sich nach diesen filtern:
- Journal ohne APC (kennzeichnet reine Open-Access-Journals ohne Publikationsgebühren)
- Mirror Journal (kennzeichnet die vollständig frei zugängliche Version einer bestehenden Subskriptionszeitschrift)
- Subscribe to Open (S2O) (kennzeichnet Titel, die Open Access angeboten werden, sobald eine bestimmte Anzahl von institutionellen Jahresabonnements vorliegt)
Green Open Access
Der grüne Weg oder Green Open Access bezeichnet die Zweitveröffentlichung eines bereits konventionell, also im Closed Access erschienenen Beitrags; in diesem Fall spricht man auch von (Selbst-) Archivierung. Unter Wahrung von im Rahmen der Erstveröffentlichung vertraglich festgelegten Embargofristen erfolgt die Publikation in elektronischen Archiven, auf sogenannten Publikationsservern bzw. Repositorien. Je nach inhaltlicher Ausrichtung und den Betreibern unterscheidet man zwischen fachlichen und institutionellen Repositorien: Fachliche Repositorien umfassen Beiträge einer konkreten Disziplin, deren Autor*innen unterschiedlichen Forschungseinrichtungen entstammen, während institutionelle Repositorien von überfachlichen Einrichtungen wie Bibliotheken betrieben werden und inhaltlich ein breites Spektrum an Fächern abbilden.
Möchten Sie Ihre Arbeit zweitveröffentlichen, wissen aber nicht, welches Repositorium sich hierfür eignet? Die folgenden Angebote helfen Ihnen weiter:
- Das Registry of Open Access Repositories (ROAR) der Universität von Southampton verzeichnet weltweit betriebene, überwiegend institutionelle Repositorien. Bereits auf der Startseite kann die Suche unter dem Reiter Browse auf ein Land oder eine Materialart (Repository Type) eingegrenzt werden. Die Meldung der Repositorien erfolgt über deren Betreiber, folglich kann das Register keine Vollständigkeit beanspruchen. Achtung: Es erfolgt keine Eingangskontrolle der Meldungen.
- Das Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) der Universität von Nottingham verfolgt dasselbe Ziel wie ROAR, verifiziert die eingehenden Meldungen von Repositoriumsbetreibern jedoch und bezeichnet seinen Dienst daher als „quality-assured“. Verzeichnet sind sowohl fachliche als auch institutionelle Repositorien. Bereits auf der Startseite können Sie gezielt nach einem Ihnen bekannten Repositorium suchen.
- Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e. V. (DINI) bietet eine Liste der Publikationsdienste in Deutschland, die jedoch auch Repositorien enthält, die keinen oder nur einen gewissen Anteil an Beiträgen Open Access bereitstellen. Die Initiative vergibt zudem ein Zertifikat für Dienste, die gemäß einem festgelegten Kriterienkatalog die Mindestanforderungen an Open-Access-Publikationsdienste erfüllen.
- Fachspezifische Informationen u. a. zu geeigneten Repositorien finden Sie auf der Plattform von open-access.net.
Hinweis: Repositorien können auch für Erstveröffentlichungen genutzt werden. Entstehen hierbei weder dem bzw. der Autor*in noch dem Fachbereich Kosten, spricht man von Platinum oder Diamond Open Access.
Wie bereits angesprochen, ist im Vorfeld der Zweitveröffentlichung i. d. R. eine Embargofrist einzuhalten, die vertraglich im Rahmen der Erstveröffentlichung festgelegt wurde. Daher sollten Sie bereits bei der Closed-Access-Publikation auf einige Punkte der vertraglichen Vereinbarung achten: Räumen Sie dem Verlag nur das einfache und nicht das ausschließliche Nutzungsrecht ein oder vereinbaren Sie für das ausschließliche Nutzungsrecht eine Frist, nach der dieses wieder auf Sie übergeht. Treten Sie nicht Ihr Urheberrecht ab.
Insofern vertraglich keine anderen Regelungen getroffen wurden, treten Sie im Falle einer Zeitschriftenpublikation nach
§ 38 UrhG das ausschließliche Nutzungsrecht zunächst an den Verlag ab. Ist Ihr Beitrag „im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Geldern geförderten Forschungstätigkeit entstanden“ (§ 38 UrhG, Abs. 4) und in einer Zeitschrift publiziert worden, die mindestens zweimal jährlich erscheint, so können Sie diesen zu nicht-kommerziellen Zwecken frühestens ein Jahr nach der Erstveröffentlichung ohne Änderungen (!) öffentlich zugänglich machen. Achten Sie darauf, die Quelle der Erstveröffentlichung anzugeben. Wie die genauen Embargofristen auch ausländischer Zeitschriften sind, erfahren Sie auf der Plattform
Open policy finder, die Open-Access-Richtlinien von Verlagen, Zeitschriften und Forschungsförderorganisationen verzeichnet.
Hinweis: Die hier gemachten Angaben wurden zu Informationszwecken veröffentlicht und sind rechtlich nicht verbindlich.
Wussten Sie schon?
Die Bibliothek der FH Südwestfalen betreibt den
Publikationsserver PIA, auf dem die Beschäftigten der Hochschule kostenfrei wissenschaftliche Beiträge als Erst- oder Zweitveröffentlichung im Diamond Open Access publizieren können. Ein Peer-Review-Verfahren kann aus fachlichen Gründen nicht angeboten werden.