Zum Inhalt springen

Bibliothek

Publikationsdienstleistungen: Open Access, ISBN- und DOI-Vergabe

Publikationsdienstleistungen

Die Bibliothek unterstützt die Wissenschaftler*innen der FH Südwestfalen bei gedruckten und elektronischen Publikationsvorhaben.

Auf den folgenden Seiten finden Sie allgemeine Informationen zu Open-Access-Veröffentlichungen und deren Förderung an der Fachhochschule Südwestfalen, dem bundesweiten Projekt DEAL, unserem Publikationsserver sowie zur ISBN- und DOI-Vergabe.

Sollten Fragen unbeantwortet bleiben, so wenden Sie sich an publikationen@fh-swf.de.

Open Access zum Einlesen

Definition und Entwicklung

Open Access meint den freien, d. h. kostenlosen sowie rechtlich und technisch uneingeschränkten Zugang zu wissenschaftlicher Information. Dieser wird über Online-Publikationen sichergestellt, die jenseits lizenzrechtlicher Schranken abrufbar sind und damit die Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen erhöhen.

Der kostenlose Zugriff ist im Rahmen der Open-Access-Transformation eine Folge veränderter Finanzströme: An die Stelle des subskriptionsbasierten Finanzierungsmodells, bei dem Lizenzen gekauft werden, tritt das publikationsbasierte Finanzierungsmodell, das Kosten für die Veröffentlichung von Open-Access-Beiträgen vorsieht.

Hintergrund dieser Entwicklung ist die sogenannte Zeitschriftenkrise der 1990er Jahre: Während die Zeitschriftenabonnements im Bereich der STM-Fächer (Science, Technology, Medicine) überproportionalen Preissteigerungen unterlagen, stagnierten die Etats wissenschaftlicher Bibliotheken oder waren z. T. sogar rückläufig. In der Folge mussten viele Bibliotheken ihre Abonnements kündigen, was den Preis aufseiten der Verlage weiter ansteigen ließ. Durch die Digitalisierung wurden zwar vermehrt E-Journals im Rahmen sogenannter Big Deals paketweise erworben, diese sahen jedoch ebenfalls Preissteigerungen vor. Vor diesem Hintergrund formierte sich die Open-Access-Bewegung, die sich die Vorteile der Digitalisierung ohne die Nachteile ausschließender und überteuerter Lizenzen zunutze machen wollte.

Initiativen, Strategien und Projekte

Mehrere Initiativen setzen sich seit Beginn des neuen Jahrtausends für Open Access ein: 2001 nutzte die Budapest Open Access Initiative (PDF) den Begriff erstmals für die freie Verfügbarkeit wissenschaftlicher Information und legte zugleich den Grundstein für die zwei Veröffentlichungsarten – Archivierung bereits publizierter Beiträge (grüner Weg) und die erstmalige Publikation in peer-reviewed Open-Access-Journals (goldener Weg). Diese Initiative aufgreifend, bekannte sich die Berliner Erklärung 2003 dazu, das Internet als funktionales Instrument globaler wissenschaftlicher Erkenntnisse und menschlicher Reflexion zu fördern, und befürwortete den angestrebten Paradigmenwechsel.

Seit diesen Anfängen setzen sich vermehrt Initiativen für die konkrete Umsetzung der Open-Access-Transformation ein, im Folgenden eine Auswahl:
  • Die globale Initiative OA2020 verfolgt das Ziel, die Umstellung des Subskriptionsmodells, bei dem Bibliotheken für den Zugang zu elektronischen Publikationen kostspielige Lizenzen erwerben müssen, auf ein Open-Access-Publikationsmodell zu forcieren. Auf nationaler Ebene wird diese Transformation vom Nationalen Open-Access-Kontaktpunkt OA2020-DE angestrebt, u. a. durch Vernetzung und der Entwicklung von Finanzierungsmodellen und Verhandlungsstrategien im Umgang mit Verlagen.
  • Der von einem internationalen Konsortium entwickelte Plan S fordert, dass wissenschaftliche Publikationen, die im Rahmen öffentlich geförderter Forschungen entstanden sind, ab 2021 Open Access veröffentlicht werden. Gerade bei diesen Finanzierungsmodellen soll der freie Zugang gewährleistet sein.
  • Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat 2016 die Strategie Open Access in Deutschland (PDF) veröffentlicht, die fünf Leitprinzipien enthält und u. a. Open Access als Standard wissenschaftlichen Publizierens etablieren möchte.
  • Im Rahmen des Projekts DEAL wird eine deutschlandweite Publish-and-Read-Vereinbarung mit Verlagen angestrebt, um auf Grundlage eines publikationsbasierten Finanzierungsmodells freien Zugang zum Zeitschriftenportfolio zu erhalten (s. den Unterpunkt DEAL).
  • Open Access bezieht sich nicht nur auf Forschungsbeiträge in Form von Aufsätzen, sondern auch auf die freie Verfügbarkeit von Forschungsdaten. In diesem Kontext setzt sich die Initiative FAIR dafür ein, Daten Findable, Accessible, Interoperable und Reusable anzubieten. Diese Prinzipien strebt beispielsweise die European Open Science Cloud (EOSC) der Europäischen Kommission an, die mit dieser Cloud ein Repositorium zur Ablage von Forschungsdaten bereitstellt.

Gründe für Open Access

Die Gründe für die Open-Access-Transformation sind vielfältig. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung wird das Ideal des freien und schnellen Zugangs zu wissenschaftlicher Information angestrebt, vor dem Hintergrund der Zeitschriftenkrise ein transparentes Kostenmodell. Vor allem die Ergebnisse von öffentlich, durch Steuergelder finanzierten Forschungsprojekten sollen frei zugänglich sein und nicht dreifach bezahlt werden: Finanzierung des/der Wissenschaftler*in, des Publikationsprozesses inklusive Peer-Review-Verfahren und des Erwerbs der Zugangsrechte durch Bibliotheken.

Was aber sind die Vorteile von Open Access, die sich unmittelbar für publizierende wie rezipierende Wissenschaftler*innen ergeben?
  • Uneingeschränkter, schneller und kostenfreier Zugriff auf wissenschaftliche Information durch den Wegfall lizenzrechtlicher Vorgaben
  • Gute Auffindbarkeit von Publikationen durch Volltextindexierung und die Einbindung in Suchmaschinen und Kataloge
  • Erhöhte Sichtbarkeit der eigenen Publikation durch den uneingeschränkten Zugriff sowie die gute Auffindbarkeit und, damit verbunden, höhere Zitationsraten
  • Qualitätssicherung durch Peer-Review-Verfahren
  • Klare nutzungsrechtliche Vorgaben zur Weiterverarbeitung wissenschaftlicher Informationen durch die Verwendung freier Lizenzen (s. den Unterpunkt Autorenrechte und Lizenzen)
  • Verbleib der Verwertungsrechte bei den Autor*innen
  • Langfristige Verfügbarkeit durch die Vergabe persistenter Identifikatoren ( DOI, URN etc.)
  • Gesteigerte Forschungseffizienz durch beschleunigte Publikationsprozesse und den freien Zugriff
  • Stärkere (internationale) Zusammenarbeit innerhalb der Fachcommunity

Veröffentlichungsarten

Bereits die Budapest Open Access Initiative von 2001 nennt zwei komplementäre Strategien, um Open Access umzusetzen, nämlich die Archivierung von Publikationen durch die Autor*innen – i. d. R. erfolgt dies als Zweitveröffentlichung auf dem sogenannten grünen Weg – und die Publikation in einer Open-Access-Zeitschrift als Erstveröffentlichung, der sogenannte goldene Weg.

Wussten Sie schon? Die Bibliothek der FH Südwestfalen betreibt einen Publikationsserver, auf dem die Beschäftigten kostenfrei wissenschaftliche Beiträge als Erst- oder Zweitveröffentlichung publizieren können. Dieser Weg, bei dem im Falle einer Erstveröffentlichung weder für den/die Autor*in noch für den Fachbereich Gebühren anfallen, wird als Platinum oder Diamond Open Access bezeichnet. Bitte beachten Sie: Ein Peer-Review-Verfahren kann aus fachlichen Gründen nicht angeboten werden.

Gold Open Access
Der goldene Weg oder Gold Open Access meint die Erstveröffentlichung eines wissenschaftlichen Beitrags in einem Open-Access-Journal, -Sammelband oder als Open-Access-Monografie. Es gelten die üblichen Qualitätsstandards wie das Peer-Review-Verfahren, über die Nutzung freier Lizenzen verbleibt das Urheberrecht zudem bei den Autor*innen und Nutzungsrechte für die Rezipienten werden explizit festgelegt (s. den Unterpunkt Autorenrechte und Lizenzen). Für die Veröffentlichung fallen Publikationsgebühren an wie eine Article Processing Charge (APC) oder eine Book Processing Charge (BPC).

Die Bibliothek kann Sie nicht im Hinblick auf ein für Ihren Fachbeitrag geeignetes Open-Access-Journal beraten. Wir möchten Sie jedoch auf einige Übersichten hinweisen:
  • Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) liefert einen Überblick über seriöse, peer-reviewed Open-Access-Journals. Hier können Sie unter dem Reiter Search die E-Journals nach Fachdisziplinen (Subject) filtern oder ein Schlagwort Ihres für die Veröffentlichung vorgesehenen Beitrags in das Suchfeld eingeben, um nach thematisch ähnlichen Artikeln und deren übergeordneter Zeitschrift zu suchen.
  • Beabsichtigen Sie, eine Monografie Open Access zu veröffentlichen, so ermöglicht Ihnen das Directory of Open Access Books (DOAB), nach Titeln mit ähnlichen Themen zu suchen, um geeignete Open-Access-Verlage auszumachen. Alternativ können Sie auch die Seite des Open Access Publishing in European Networks (OAPEN) nutzen.
  • Auch Pre-Prints lassen sich über Open Access einer großen Fachcommunity schnell zugänglich machen. Hier haben sich fachspezifische Reihen und Dokumentenserver bewährt, bitte hören Sie sich innerhalb Ihrer Fachcommunity um oder konsultieren Sie die fachspezifischen Informationen auf der Plattform open-access.net.
  • Darüber hinaus können Forschungsdaten frei zugänglich veröffentlicht werden. Um einen geeigneten Dokumentenserver für die Publikation zu finden, bietet sich die Plattform Registry of Research Data Repositories (re3data) an.

Green Open Access
Der grüne Weg oder Green Open Access bezeichnet die Zweitveröffentlichung eines bereits konventionell, also im Closed Access erschienenen Beitrags; in diesem Fall spricht man auch von (Selbst-) Archivierung. Unter Wahrung von im Rahmen der Erstveröffentlichung vertraglich festgelegten Embargofristen erfolgt die Publikation in elektronischen Archiven, auf sogenannten Publikationsservern bzw. Repositorien. Je nach inhaltlicher Ausrichtung und den Betreibern unterscheidet man zwischen fachlichen und institutionellen Repositorien: Fachliche Repositorien umfassen Beiträge einer konkreten Disziplin, deren Autor*innen unterschiedlichen Forschungseinrichtungen entstammen, während institutionelle Repositorien von überfachlichen Einrichtungen wie Bibliotheken betrieben werden und inhaltlich ein breites Spektrum an Fächern abbilden.

Möchten Sie Ihre Arbeit zweitveröffentlichen, wissen aber nicht, welches Repositorium sich hierfür eignet? Die folgenden Angebote helfen Ihnen weiter:
  • Das Registry of Open Access Repositories (ROAR) der Universität von Southampton verzeichnet weltweit betriebene, überwiegend institutionelle Repositorien. Bereits auf der Startseite kann die Suche auf ein Land oder eine Materialart (Repository Type) eingegrenzt werden. Die Meldung der Repositorien erfolgt über deren Betreiber, folglich kann das Register keine Vollständigkeit beanspruchen. Achtung: Es erfolgt keine Eingangskontrolle der Meldungen.
  • Das Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) der Universität von Nottingham verfolgt dasselbe Ziel wie ROAR, verifiziert die eingehenden Meldungen von Repositoriumsbetreibern jedoch und bezeichnet seinen Dienst daher als „quality-assured“. Verzeichnet sind sowohl fachliche als auch institutionelle Repositorien. Auf der Startseite können Sie gezielt nach einem Ihnen bekannten Repositorium suchen oder länderspezifische Angebote aufrufen, während die erweiterte Suche eine Eingrenzung nach Repositoriumstyp oder Inhalten ermöglicht.
  • Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e. V. (DINI) bietet eine Liste der Publikationsdienste in Deutschland, die jedoch auch Repositorien enthält, die keinen oder nur einen gewissen Anteil an Beiträgen Open Access bereitstellen. Die Initiative vergibt zudem ein Zertifikat für Dienste, die bestimmte technische und rechtliche Vorgaben erfüllen.
  • Fachspezifische Informationen u. a. zu geeigneten Repositorien finden Sie auf der Plattform von open-access.net.

Wie bereits angesprochen, ist im Vorfeld der Zweitveröffentlichung i. d. R. eine Embargofrist einzuhalten, die vertraglich im Rahmen der Erstveröffentlichung festgelegt wurde. Daher sollten Sie bereits bei der Closed-Access-Publikation auf einige Punkte der vertraglichen Vereinbarung achten: Räumen Sie dem Verlag nur das einfache und nicht das ausschließliche Nutzungsrecht ein oder vereinbaren Sie für das ausschließliche Nutzungsrecht eine Frist, nach der dieses wieder auf Sie übergeht. Treten Sie nicht Ihr Urheberrecht ab.

Insofern vertraglich keine anderen Regelungen getroffen wurden, treten Sie im Falle einer Zeitschriftenpublikation nach § 38 UrhG das ausschließliche Nutzungsrecht an den Verlag ab. Ist Ihr Beitrag „im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Geldern geförderten Forschungstätigkeit entstanden“ (§ 38 UrhG, Abs. 4) und in einer Zeitschrift publiziert worden, die mindestens zweimal im Jahr erscheint, so können Sie diesen zu nicht-kommerziellen Zwecken frühestens ein Jahr nach der Erstveröffentlichung ohne Änderungen (!) öffentlich zugänglich machen. Achten Sie darauf, die Quelle der Erstveröffentlichung anzugeben. Wie die genauen Embargofristen auch ausländischer Zeitschriften sind, erfahren Sie auf der Plattform Sherpa Romeo, die Zeitschriften-Policies verzeichnet und weitere Informationen wie z. B. Lizenzen bereithält.

Hinweis: Die hier gemachten Angaben wurden zu Informationszwecken veröffentlicht und sind rechtlich nicht verbindlich.

Autorenrechte und Lizenzen

Bei Publikationen, die als Print-Ausgabe oder im Closed Access erscheinen, räumen Autor*innen wissenschaftlicher Beiträge dem Verlag über den Autorenvertrag die einfachen oder ausschließlichen Nutzungsrechte ein. Diese können räumlich, zeitlich oder inhaltlich beschränkt sein und ermöglichen dem Verlag, die Publikation zu vertreiben. Print-Ausgaben werden im Anschluss kostenpflichtig z. B. von Bibliotheken angeschafft, bei nicht frei verfügbaren elektronischen Inhalten erwirbt die Bibliothek hingegen eine Lizenz, ein vertraglich festgelegtes Nutzungsrecht. autorenrechte

Für Open-Access-Beiträge, Erst- wie Zweitveröffentlichungen, können Autor*innen sogenannte offene oder freie Lizenzen verwenden. Mit diesen erlauben sie der Allgemeinheit die unentgeltliche Nutzung ihrer Publikation unter Bedingungen, die sie selbst festgelegt haben, und räumen ihr entsprechende Nutzungsrechte ein. Im Gegensatz zu Closed-Access-Veröffentlichungen behalten sie hingegen das Urheberrecht und treten es nicht, in welchem Umfang auch immer, an einen Verlag ab. Um die Verwendung dieser Lizenzen zu vereinfachen, wurden Standardlizenzen entwickelt, z. B. die auf dem Urheberrecht basierenden Lizenzen der gemeinnützigen Organisation Creative Commons. Dieses standardisierte Verfahren soll Autor*innen und Rezipient*innen helfen, Nutzungsrechte besser festzulegen bzw. zu verstehen und Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden.

Bitte beachten Sie: Im Falle von E-Journals können die freien Lizenzen vom Verlag beitragsübergreifend festgelegt worden sein. Informieren Sie sich im Vorfeld, welche Lizenz Anwendung findet.

Die Creative-Commons-Lizenzen sind modular aufgebaut und setzen sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Einen Überblick können Sie sich unten als PDF-Datei herunterladen.

Wie aber werden Werke mit CC-Lizenzen im Rahmen der Nachnutzung korrekt angegeben?
Wenn Sie Auszüge aus einem Werk mit einer CC-Lizenz verwenden, müssen Sie darauf achten, auf dieses korrekt zu verweisen. Zu der Referenz gehören die folgenden Angaben:
  • Titel
  • Urheber*in
  • Quelle (z. B. eine URL)
  • Lizenz
  • Bearbeitung (falls erfolgt)

Dabei werden Titel und Lizenzangabe, ergänzt durch die jeweilige Version des Lizenzvertrags, verlinkt. Beispiele finden Sie in den Unterschriften der hier verwendeten Bilder sowie auf dem Portal der Martin-Luther-Universität Halle.

Fragen und Antworten zu den CC-Lizenzen hat Creative Commons unter ihren FAQs zusammengestellt. Dort finden Sie auch die Zeichen der Lizenzen zum Download.

Hinweis: Die hier gemachten Angaben wurden zu Informationszwecken veröffentlicht und sind rechtlich nicht verbindlich.

Predatory Publishing

Predatory Publishing, das räuberische Publizieren, beschreibt ein Geschäftsmodell, bei dem Verlage Kosten für redaktionelle Dienstleistungen rund um Open-Access-Publikationen verlangen, diese jedoch nicht oder nur in sehr schlechter Qualität erbringen. Wir möchten Sie im Folgenden auf Gegebenheiten aufmerksam machen, bei deren Vorliegen Sie die Vertrauenswürdigkeit prüfen sollten.

Verlage oder E-Journals mit unseriösen Geschäftspraktiken bemühen sich vermehrt um Sie als Autor*in und versuchen, über massenhaft verschickte E-Mails Publikationen zu akquirieren. In einigen Fällen können Sie die Praktiken direkt erkennen, z. B. anhand
  • einer unzureichenden formalen Gestaltung von E-Mail und einer ggf. dort verlinkten Website (häufige Tippfehler etc.)
  • fehlender oder unvollständiger Kontaktdaten zwecks Nachfragen
  • mangelhafter oder intransparenter Angaben zur Zusammensetzung der Kosten sowie zur Rechnungsstellung.

In anderen Fällen ist dies weitaus schwieriger, weil der Verlag oder das E-Journal ein seriöses Erscheinungsbild aufweist und womöglich sogar mit renommierten Wissenschaftler*innen – meist ohne deren Kenntnis – wirbt.

Selbstverständlich können in diesen E-Journals durchaus schon wissenschaftlich fundierte Artikel veröffentlicht worden sein, i. d. R. wird jedoch auf ein Peer-Review-Verfahren verzichtet. Sind Sie sich unsicher hinsichtlich der Seriosität eines E-Journals, so hören Sie sich innerhalb Ihrer Fachcommunity um, ob das Publikationsorgan bekannt ist. Alternativ können Sie auch prüfen, ob die Artikel in gängigen Datenbanken und Katalogen, die auch Sie nutzen, auffindbar sind oder ob das E-Journal Mitglied in einer bekannten Open-Access-Initiative (z. B. DOAJ) ist. Eine Checkliste mit weiteren Hinweisen finden Sie auf der Website Think Check Submit.

Das Problem unseriöser Geschäftspraktiken tritt vermehrt auch bei Konferenzen auf, den sogenannten Predatory Conferences. Auch hier wird massiv um Beiträge geworben und häufig eine hohe Teilnahmegebühr verlangt. Legen Sie daher bei der Wahl von Konferenzen dieselben Maßstäbe an wie bei Verlagen und E-Journals und hinterfragen Sie bei Bedarf die Veranstaltung anhand der oben genannten Checkliste.

Weiterführende Informationen

Ausführliche Informationen finden Sie insbesondere auf dem Portal open-access.net, das von der FU Berlin, der Universität Bielefeld, der Georg August Universität Göttingen und der Universität Konstanz gepflegt und u. a. vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der DFG, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Leibniz-Gemeinschaft unterstützt wird.

Daneben gibt es zahlreiche Videos, die sich als Einstieg in das Thema gut eignen:

Wer sich etwas intensiver mit dem Thema, insbesondere auch mit dem Projekt DEAL beschäftigen möchte, dem sei der Vortrag Locked up science. Tearing down paywalls in scholarly communication von Claudia Frick empfohlen (Chaos Communication Congress 2018, CC BY 4.0).

Open Access an der FH Südwestfalen

Die Fachhochschule Südwestfalen bekennt sich zu dem Prinzip, Open Access Veröffentlichungen als gleichberechtigt neben anderen Publikationswegen anzuerkennen und möchte ihre Wissenschaftler*innen motivieren, Forschungsergebnisse bevorzugt im Open Access bereitzustellen.

Open Access Policy

Die Fachhochschule Südwestfalen ist mit ihrem umfassenden Bildungs- und Forschungsauftrag fest in der Wirtschaftsregion Südwestfalen verankert und agiert darüber hinaus in einem nationalen wie internationalen Netzwerk. Eine ihrer zentralen Aufgaben stellt der Wissenstransfer in die Bereiche Wirtschaft und Gesellschaft dar. Um ihrer Verantwortung nachzukommen, verfolgt sie das Ziel, die Forschungsergebnisse ihrer Wissenschaftler*innen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Aus diesem Grund bekennt sich die Fachhochschule Südwestfalen zur weltweiten Open-Access-Initiative sowie zur Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlicher Information.

Die Open-Access-Initiative strebt den kostenlosen und freien, d. h. technisch, finanziell und rechtlich unbeschränkten Zugang zu wissenschaftlicher Information an, deren Veröffentlichung unter Einhaltung qualitativer Standards digital erfolgt. Durch die gute Auffindbarkeit der Publikationen in Datenbanken und Bibliothekskatalogen sowie den schnellen Zugriff wird die Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen national wie international erhöht und es werden Forschungs- sowie Innovationsprozesse vorangetrieben. Aus diesem Grund fördern unter anderem auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Europäische Kommission die Open-Access-Initiative und fordern Wissenschaftler*innen auf, die im Rahmen ihrer Programme generierten Forschungsergebnisse Open Access zu publizieren.

Mit dem vorliegenden Bekenntnis motiviert die Fachhochschule Südwestfalen ihre Wissenschaftler*innen, Forschungsergebnisse bevorzugt im Open Access bereitzustellen:
Dies kann als Erstveröffentlichung nach einem Peer-Review-Verfahren in Open-Access-Publikationsorganen (Goldener Weg) erfolgen oder nachträglich als Zweitveröffentlichung auf einem Publikationsserver (Grüner Weg).
Im Falle einer Zweitveröffentlichung empfiehlt die Fachhochschule Südwestfalen ihren Wissenschaftler*innen, bei Vertragsabschlüssen im Zuge der Erstveröffentlichung dem Verlag nicht die ausschließlichen Nutzungsrechte einzuräumen und sich zumindest ein einfaches Nutzungsrecht zu sichern, um den Beitrag schnellstmöglich – nach Ablauf der festgelegten Embargofrist – Open Access auf einem Publikationsserver veröffentlichen zu können.

Die Fachhochschule Südwestfalen empfiehlt ihren Wissenschaftler*innen, bei der Beantragung von Projekten unmittelbar Mittel für die Open-Access-Publikation der im Rahmen des Projekts generierten Forschungsergebnisse zu planen und einzuwerben.

Sie empfiehlt die Verwendung freier Lizenzen wie der Creative-Commons-Lizenzen, um die Nutzungsrechte für die allgemeine Öffentlichkeit festzulegen, Urheberrechtsverletzungen vorzubeugen und damit Open Access zu fördern.

Die Fachhochschule Südwestfalen unterstützt ihre Wissenschaftler*innen durch Beratungsangebote, einen Publikationsfonds als Ergänzung zu eingeworbenen Publikationsmitteln, einen Service zur Vergabe von Persistenten Identifikatoren (beispielsweise über den Standard DOI) und einen Publikationsserver für Erst- und Zweitveröffentlichungen.

Die Fachhochschule Südwestfalen bekennt sich zu dem Prinzip, Open Access Veröffentlichungen gleichberechtigt zu anderen Publikationswegen bei der Beurteilung wissenschaftlicher Leistungen zu berücksichtigen.

Ungeachtet dieser Empfehlungen respektiert die Hochschule die Wissenschaftsfreiheit und damit das Prinzip der freien Wahl des Publikationsweges sowie die Existenz von fachspezifischen Publikationskulturen und individuellen beruflichen Situationen der Autor*innen.

Die Fachhochschule Südwestfalen hält ihre Wissenschaftler*innen dazu an, im Rahmen der Veröffentlichung ihrer Forschungsergebnisse den Schutz personen- und unternehmensbezogener Daten zu wahren und das Urheberrecht einzuhalten.

Publikationsserver

Die Bibliothek der FH Südwestfalen betreibt seit März 2020 einen eigenen Publikationsserver, auf dem Wissenschaftler*innen der Hochschule kostenfrei Beiträge Open Access als Erst- oder Zweitveröffentlichung publizieren können. Wenn gewünscht oder erforderlich, kann der Zugriff auf Hochschulangehörige beschränkt werden oder nur die Erfassung der Metadaten ohne Volltext erfolgen. Die Datensätze erhalten mit einer DOI einen persistenten und eindeutigen Identifikator und sind durch Einspielung in unseren Online-Katalog KAI über nationale und internationale Bibliothekskataloge und Suchmaschinen auffindbar. publikationsserver

Der Publikationsserver kann für folgende Publikationsformen in Anspruch genommen werden, darunter z. B.:
  • Monografische Veröffentlichungen (E-Books, Sammelbände)
  • (Zeitschriften-) Aufsätze
  • Studienbücher der Wissenschaftlichen Genossenschaft Südwestfalen (Zugriff nur für Hochschulangehörige)
  • Studienbriefe (nur bibliografische Nachweise)
  • Weitere Publikationsformen sind möglich

Sie möchten Metadaten und/oder Volltexte über unseren Publikationsserver veröffentlichen? Dann schreiben Sie uns an publikationen@fh-swf.de.

Publikationsfonds

Die FH Südwestfalen hat einen Publikationsfonds eingerichtet, um Publikationsgebühren für Open-Access-Veröffentlichungen von Wissenschaftler*innen der Hochschule zu übernehmen. Dieser speist sich aus Mitteln der Bibliothek sowie aus zentralen Mitteln der Hochschule; die Verwaltung des Publikationsfonds obliegt der Bibliothek.

Mit dem Publikationsfonds können unter Einhaltung bestimmter Vorgaben unterschiedliche Open-Access-Veröffentlichungen finanziert werden:

  • DEAL: Es erfolgt eine Kostenübernahme der Publish-and-Read-Fee für Publikationen im Rahmen des Projekts DEAL, wenn diese Open Access erscheinen. Falls Autor*innen von der Opt-Out-Option Gebrauch machen, entfällt die Förderung. Bitte beachten Sie die ausführlichen Hinweise zum Projekt auf unserer Website.
  • Andere Open-Access-Veröffentlichungen: Es erfolgt eine Kostenübernahme von sogenannten Article Processing Charges (APCs) für Open-Access-Veröffentlichungen von Zeitschriftenaufsätzen bis zu einer Maximalhöhe von 2.000 Euro brutto. Sollten die Publikationskosten diese Grenze überschreiten, ist eine Aufstockung aus dem Etat des/der Autor*in möglich.

In beiden Fällen sollen prioritär Publikationskostenzuschüsse aus Drittmitteln berücksichtigt werden, insofern diese für eine Veröffentlichung bewilligt wurden.

DEAL

Durch die Teilnahme der FH Südwestfalen am Projekt DEAL können die Wissenschaftler*innen der Hochschule im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen Beiträge in E-Journals von Wiley und Springer Nature Open Access publizieren. Die Kosten, die sogenannte Publish-and-Read-Fee, werden zentral aus dem Publikationsfonds der Hochschule beglichen.

Projekt

Im Auftrag der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen und vertreten durch die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wurde das Projekt DEAL begründet, um im Namen aller deutschen wissenschaftlichen Einrichtungen bundesweit Transformationsverträge mit großen Wissenschaftsverlagen für E-Journals abzuschließen. Auf Basis eines publikationsbasierten Finanzierungsmodells können Wissenschaftler*innen Open Access publizieren, während die teilnehmenden Einrichtungen im Gegenzug Zugriff auf das Zeitschriftenportfolio der Verlage erhalten. Gespräche wurden mit Elsevier, Springer Nature und Wiley geführt: Konnten die Verhandlungen mit Wiley und Springer Nature vertraglich abgeschlossen werden, wurde mit Elsevier bisher keine Vereinbarung erzielt.

Ziele

  • Förderung von Open Access: Die Publikationen von Angehörigen der teilnehmenden Einrichtungen werden i. d. R. unter der Lizenz CC BY Open Access veröffentlicht.
  • Verbesserter Zugang zu wissenschaftlichen Aufsätzen: Die Einrichtungen erhalten dauerhaften Volltextzugriff auf den Großteil des Zeitschriftenportfolios der teilnehmenden Verlage.
  • Transparentes Preisberechnungsmodell: Die Kosten werden nach dem Publikationsaufkommen der Einrichtungen berechnet, weshalb man von einem publikationsbasierten Modell – im Gegensatz zum subskriptionsbasierten Modell – spricht.

Verträge

ISBN an der FH Südwestfalen

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts fungiert die FH Südwestfalen als herausgebende Institution und damit als Verlag, der für seine Publikationen ein Kontingent an ISBNs verwaltet. Daher können Veröffentlichungen aller Hochschuleinheiten, deren Herausgeber der Rektor ist oder die im Rahmen der Tätigkeit von Hochschulangehörigen an der FH entstanden sind, eine ISBN erhalten.

Allgemeine Informationen zur ISBN

Die ISBN (International Standard Book Number) ist ein weltweit eindeutiges und unverwechselbares Identifikationsmerkmal für Bücher und daher ein wichtiges Instrument für Buchhandel und Bibliotheken. Sie besteht aus fünf durch Bindestriche voneinander getrennten Zahlengruppen mit insgesamt 13 Stellen und der vorangestellten Abkürzung ISBN.

Jede selbstständige Veröffentlichung erhält einmalig eine eigene ISBN. Hierzu gehören z. B.:
  • Gedruckte Bücher
  • Elektronische Publikationen, die einmalig erscheinen, öffentlich zugänglich sind und Text enthalten
  • Lehr- und Lernmaterialien in Form von Software
  • Filme, die pädagogischen Zwecken dienen
  • Print-on-Demand-Publikationen

Wesentliche Änderungen an einer Publikation wie Neuauflagen, Übersetzungen, Digitalisierungen und Übertragungen in andere Formate (Taschenbuch, Hörbuch, elektronische Publikation) erfordern eine neue ISBN.

Platzierung der ISBN

  • Bei gedruckten Publikationen muss die ISBN beim Copyright-Vermerk auf der Rückseite des Titelblatts sowie außen am Fuß des hinteren Buchdeckels bzw. des Schutzumschlags angebracht werden.
  • Bei Veröffentlichungen in elektronischer Form ist sie Teil der Titel- oder der Copyright-Anzeige.
  • Bei Filmen muss die Nennung der ISBN im Vorspann erfolgen, zudem ist die Verpackung auf jedem Label bzw. am Fuß der Rückseite mit der ISBN zu versehen.

Weitere Informationen

Für weitere Informationen empfehlen wir die Website der nationalen ISBN-Agentur in Deutschland MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH in Frankfurt am Main und unser ISBN-Info zum Download:

ISBN-Vergabe an der FH Südwestfalen

Die ISBNs werden zentral von der Bibliothek erworben und verwaltet, die Vergabe erfolgt über ein Anmeldeformular .

Die von uns vergebenen ISBNs weisen die folgende Syntax auf:
  • 978: Präfix
  • 3: Gruppen- oder Ländernummer für den deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz)
  • 940956: Verlagsnummer für die FH Südwestfalen als herausgebende Institution
  • xy: zweistellige Titelnummer
  • z: Prüfziffer zum Erkennen von Eingabefehlern

Die Bibliothek übernimmt nach Erscheinen der Publikation die Abgabe dreier Pflichtexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig und Frankfurt am Main gemäß dem Gesetz über die Deutsche Nationalbibliothek sowie an die Universitäts- und Landesbibliothek Münster nach dem nordrhein-westfälischen Pflichtexemplargesetz. Dieser Service ist kostenfrei, es wird jedoch um die Überlassung von zwei weiteren Exemplaren für den Bibliotheksbestand gebeten.

DOI an der FH Südwestfalen

Der DOI (Digital Object Identifier) identifiziert ausschließlich E-Ressourcen, während eine ISBN für gedruckte und elektronische Publikationen vergeben wird. Für elektronische Veröffentlichungen, die Hochschulangehörige im Rahmen ihrer Beschäftigung an der FH Südwestfalen angefertigt haben, vergibt die Bibliothek DOIs.

Allgemeine Informationen zur DOI

Während eine ISBN für gedruckte und elektronische Publikationen vergeben wird, identifiziert der DOI (Digital Object Identifier) ausschließlich E-Ressourcen. Im Gegensatz zu URLs (Uniform Resource Locator) handelt es sich bei DOIs um persistente Identifikatoren (PID), die mit ihrem jeweiligen digitalen Objekt dauerhaft verknüpft sind und nicht mit dem Ort, wo dieses abgelegt wurde. Dadurch bleiben die Objekte auch bei Änderung der URL weiterhin auffindbar und referenzierbar. Die Länge der DOIs, die aus einem Präfix und einem Suffix bestehen, kann variieren.

Die Vergabe eines DOIs für elektronische Veröffentlichung ist nicht zwingend erforderlich, erweist sich jedoch aus den oben genannten Gründen als sehr sinnvoll. Der Identifier kann z. B. vergeben werden für:
  • E-Books
  • Elektronische (Zeitschriften-) Aufsätze
  • Alben
  • Lieder
  • Elektronische Verträge

Für weitere Informationen empfehlen wir die Website der International DOI Foundation (IDF).

DOI-Vergabe an der FH Südwestfalen

Für elektronische Veröffentlichungen, die Hochschulangehörige im Rahmen ihrer Beschäftigung an der FH Südwestfalen angefertigt haben, vergibt die Bibliothek DOIs. Diese werden zentral erworben und verwaltet, die Vergabe erfolgt über ein Anmeldeformular .

Die von uns vergebenen DOIs weisen die folgende Syntax auf, die beispielhaft am Fachbereich Technische Betriebswirtschaft präsentiert wird:
  • 10.48499: Präfix der FH Südwestfalen
  • FHSWF: Kürzel der Hochschule
  • HA: Standort
  • TBW: Fachbereich
  • 1: Nummerus Currens (wird pro Fachbereich vergeben)

Diese DOI wird auch als persistente URL abgebildet: https://doi.org/10.48499/FHSWF.HA.TBW.1

Bitte füllen Sie bei Interesse das entsprechende Formular aus und schicken es an publikationen@fh-swf.de.