Der Dekan im Interview
FB Elektrische Energietechnik

Prof. Dr. Dominik Aufderheide
Das Dekanat des Fachbereichs Elektrisches Energietechnik (v.l.): Prodekan Prof. Dr. Peter Weber, Dekan Prof. Dr. Dominik Aufderheide und Studiendekan Prof. Dr.-Ing. Robert Bach
Wie lange sind Sie bereits an der Fachhochschule Südwestfalen?
Seit 2020 bin ich als Professor wieder am Standort Soest tätig. Meine Verbindung zur Hochschule reicht jedoch deutlich weiter zurück: Hier habe ich selbst Elektrotechnik studiert, meinen Masterabschluss erworben und anschließend als wissenschaftlicher Mitarbeiter promoviert. So bin ich der Hochschule seit mehr als 20 Jahren eng verbunden – aus unterschiedlichen Perspektiven und mit vielen prägenden Erfahrungen.
Welche Fächer/Gebiete unterrichten Sie als Professor?
Mein Schwerpunkt in der Lehre liegt auf der industriellen Messtechnik, insbesondere der Sensorik und Signalverarbeitung. Zudem leite ich das zugehörige Labor. Zu meinen weiteren fachlichen Kerngebieten zählen eingebettete Systeme, Bildverarbeitung und Schaltungssimulation.
In meiner Forschung untersuche ich, wie sich technische Systeme durch neue sensortechnische Ansätze und die gezielte Integration selbstlernender Systeme optimieren lassen. Im Mittelpunkt stehen dabei Anwendungen in der Prozessindustrie, im Recycling und in der intelligenten Landwirtschaft.
Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?
Besonders schätze ich die Vielseitigkeit meiner Arbeit. In einem Moment begleite ich Studierende beim Erlernen der Grundlagen, im nächsten beschäftige ich mich gemeinsam mit einem Unternehmen aus der Region mit einer anspruchsvollen Fragestellung aus der angewandten Forschung. Dabei begegne ich Menschen aus dem direkten Umfeld ebenso wie Studierenden, die aus weit entfernten Ländern für ihr Studium nach Soest gekommen sind. Hinzu kommen die Mitgestaltung der Hochschule, die Vorstellung unseres Studienangebots an Schulen und die enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen – innerhalb unseres Fachbereichs und darüber hinaus. Diese Mischung aus fachlichen Herausforderungen, persönlichen Begegnungen und Gestaltungsmöglichkeiten macht die Arbeit für mich so spannend. Langweilig wird es hier nie.
Was sind die Stärken der Fachhochschule Südwestfalen?
Die Fachhochschule Südwestfalen zeichnet sich durch das Zusammenspiel von regionaler Verbundenheit und internationaler Vielfalt aus. Hier kommen Studierende aus der Region und aus aller Welt zusammen. Die enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen vor Ort und das große Engagement der Kolleginnen und Kollegen sind weitere besondere Stärken. Mit ihren Standorten in Südwestfalen ist die Hochschule fest in der Region verankert. Ihr praxisorientiertes Studienangebot eröffnet Absolventinnen und Absolventen vielfältige Perspektiven in gefragten Berufsfeldern.
Was macht Ihren Fachbereich Elektrische Energietechnik aus?
Mit unseren Fachgebieten decken wir die gesamte Bandbreite industrieller und wirtschaftlicher Prozesse ab: vom einzelnen Bit im Sensor über die Verarbeitung von Daten und Informationen in der IT bis hin zu strategischen Fragestellungen auf Unternehmensebene. Die Verbindung von Ingenieurwissenschaften, Informatik und Wirtschaftswissenschaften verleiht unserem Fachbereich ein besonderes Profil und eröffnet vielfältige Möglichkeiten in Lehre und Forschung.
Prägend ist zudem der hohe Anteil internationaler Studierender in unseren vier vollständig englischsprachigen Studiengängen. Diese Vielfalt bereichert den Austausch, eröffnet neue Perspektiven und macht viel Freude – zugleich bringt sie Herausforderungen mit sich, denen wir uns gemeinsam stellen. Unsere umfangreiche technische Ausstattung und die vielfältigen Laborangebote schaffen sehr gute Voraussetzungen für ein praxisnahes Studium. Dabei legen wir besonderen Wert auf die individuelle Betreuung unserer Studierenden.
Ein weiterer Pluspunkt ist außerdem unser duales Studienmodell, das Hochschulstudium und betriebliche Praxis eng miteinander verbindet. Studierende können ihr Wissen unmittelbar im Unternehmen anwenden und wertvolle berufliche Erfahrungen sammeln.
Was gefällt Ihnen am Standort Soest?
Am Standort Soest schätze ich besonders die persönliche Atmosphäre und den engen Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden. Die kurzen Wege – auch über Fachbereichsgrenzen hinweg – ermöglichen es, Fragen unkompliziert zu klären und gemeinsam Ideen umzusetzen. Unser wunderschöner Campus trägt dabei viel zur besonderen Atmosphäre bei. Auch die Stadt Soest bietet mit ihrer historischen Altstadt und den vielen Grünflächen ein attraktives Umfeld zum Studieren, Arbeiten und Leben.
Worin sehen Sie Ihre Aufgabe als Dekan?
Dekansarbeit ist für mich in erster Linie Teamarbeit. Gemeinsam mit meinen Dekanatskollegen Prof. Bach und Prof. Weber möchte ich Rahmenbedingungen schaffen, in denen alle Mitarbeitenden ihre Stärken bestmöglich einbringen können. Gerade bei strategischen Veränderungen ist es mir wichtig, die Kolleginnen und Kollegen frühzeitig einzubeziehen und den weiteren Weg gemeinsam zu gestalten. Denn unsere Stärke liegt im Miteinander – innerhalb des Fachbereichs ebenso wie in der gesamten Hochschule.
Was raten Sie Ihren Studierenden für ein erfolgreiches Studium?
Bleiben Sie neugierig, stellen Sie Fragen und gestalten Sie Ihr Studium aktiv mit. Wer kontinuierlich lernt, sich mit anderen austauscht und das Gelernte praktisch anwendet, schafft eine gute Grundlage für den Studienerfolg. Nutzen Sie den direkten Kontakt zu Ihren Lehrenden und holen Sie sich frühzeitig Unterstützung, wenn Sie einmal nicht weiterkommen. Lassen Sie sich von Rückschlägen nicht entmutigen – auch sie gehören zum Lernen dazu.
Bei allem Ehrgeiz sollten Sie sich Zeit nehmen, eigene Interessen zu entdecken und das studentische Leben zu genießen. Besonders wichtig ist mir: Sie studieren nicht nur für einen späteren Beruf oder eine bestimmte Position, sondern vor allem für sich selbst. Nutzen Sie diese Zeit, um Ihren Horizont zu erweitern, Ihre Stärken kennenzulernen und Ihren eigenen Weg zu finden.