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Pressemitteilung-Detail

20.06.2022

Erster Wilhelm-Rimpau-Preis geht an Manuel Bongard

Absolvent der Agrarwirtschaft für Masterarbeit von der DLG ausgezeichnet

Soest. Die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) hat im Rahmen ihrer Feldtage auf dem Gelände des Versuchsgutes Kirschgartshausen bei Mannheim (Baden-Württemberg) die Wilhelm-Rimpau-Preise für das Jahr 2022 verliehen. Über den ersten Preis für seine Masterarbeit zum Thema „Reduktion von Herbiziden durch alternative Verfahren zur Unkrautbekämpfung im Zuckerrübenanbau“ freut sich Manuel Bongard, Absolvent der Agrarwirtschaft an der Fachhochschule Südwestfalen.

Die Preisträger kommen in diesem Jahr von der Fachhochschule Südwestfalen in Soest, der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg und der Technischen Universität München. DLG-Präsident Hubertus Paetow übergab die Preise im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der DLG-Feldtage zusammen mit Ministerialdirektorin Grit Puchan, Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden‑Württemberg. Der erste mit 2.000 Euro dotierte Preis geht an Manuel Bongard von der Fachhochschule Südwestfalen in Soest. Die Masterarbeit zum Thema „Reduktion von Herbiziden durch alternative Verfahren zur Unkrautbekämpfung im Zuckerrübenanbau“ wurde von Prof. Dr. Verena Haberlah-Korr, Fachgebiet Pflanzenschutz, Fachbereich Agrarwirtschaft, betreut.

 

Der aus Mechernich im Rheinland stammende Preisträger startete 2015 mit dem Bachelorstudium Agrarwirtschaft und beendete das anschließende Masterstudium 2021 erfolgreich. Für die Masterarbeit zur Frage der alternativen Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben führte Bongard Feldversuche an zwei Standorten im Rheinland und auf dem Versuchsgut Kirschgartshausen der Südzucker AG durch. Die Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben steht vor einem Umbruch. Die Neubewertung von Wirkstoffen, die Reduzierung der zur Verfügung stehenden Herbizide sowie zunehmend resistente Unkräuter und Ungräser lassen eine Änderung des Unkrautmanagements notwendig werden. Bisherige Alternativen wie die Unkrautbekämpfung mittels Thermik und Mechanik funktionieren, jedoch ist der Arbeitsaufwand recht hoch und die Flächenleistung zu gering. Um also den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel zu reduzieren und dennoch produktiv und effizient Zuckerrüben anbauen zu können, bedarf es neuer Lösungen. Dazu untersuchte Manuel Bongard die Wirksamkeit chemischer, mechanischer und elektrophysikalischer Methoden. Er verglich die flächige Herbizidapplikation mit einer Bandapplikation, welche absetzig mit mechanischen und elektrophysikalischen Maßnahmen kombiniert wurde. Der Einsatz des elektrophysikalischen Verfahrens erfolgte dabei erstmals als Anwendung zwischen den Zuckerrübenreihen.

 

Die Versuche von Manuel Bongard ergaben, dass die Kombination der verschiedenen Bekämpfungsverfahren zu einer Steigerung des Gesamtwirkungsgrades führen können, sofern sie unabhängig voneinander zu den jeweiligen optimalen Witterungsbedingungen eingesetzt werden. Die elektrophysikalische Bekämpfung erwies sich dabei als besonders effektiv, da bereits zwei Maßnahmen ausreichten, um einen unkrautfreien Zuckerrübenbestand zu erhalten. Auch Problemunkräuter wie Ackerkratzdistel und Gänsefuß wurden erfolgreich bekämpft. Die Ergebnisse dieser Masterarbeit zeigen auf, dass durch die Einbindung des elektrophysikalischen Verfahrens in die Bekämpfungsstrategie die Behandlungshäufigkeiten reduziert werden können ohne auf die Unkrautwirkung zu verzichten. Besonders auf Problemstandorten und bei resistenten Unkräutern können die Rüben zwischen den Reihen unkrautfrei gehalten werden. In Kombination mit der reihenbezogenen Bandspritzung lässt sich der Herbizidaufwand um bis zu 60 Prozent reduzieren und zeigt somit eine Chance auf, wie sich die Zielsetzungen des Green Deals verwirklichen lassen.

Hintergrund:
Der Preis ist nach Wilhelm Rimpau, dem „Vater der deutschen Pflanzenzüchtung" und Gründer der Saatzuchtabteilung der DLG benannt. Bereits zum 12. Mal hat die DLG innovative und praxisnahe Bachelor- bzw. Masterarbeiten in der Pflanzenproduktion ausgezeichnet. Eine unabhängige Jury wählte im Auftrag des DLG-Vorstandes aus den insgesamt 23 eingereichten, sehr guten Arbeiten vier besonders herausragende aus.