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Pressemitteilung-Detail

09.05.2022

Optimierte Handfeuerlöscher für die Luftfahrt

Fachhochschule Südwestfalen entwickelt in Kooperation mit Unternehmen neues Kunststoffventil für Handfeuerlöscher

Iserlohn. Wenn demnächst in den Sommerferien wieder tausende von Urlaubern in ihre Ferienflieger steigen, machen sie sich höchstwahrscheinlich keine Gedanken über die an Bord befindlichen Feuerlöscher und erst recht nicht über deren Gewicht. Dass man dies durchaus zum Vorteil der Kosten- und Klimabilanz reduzieren kann, hat jetzt eine Forschungsgemeinschaft gemeinsam mit der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn bewiesen.

Jedes Flugzeug hat bis zu 11 Handfeuerlöscher an Bord. Bislang waren diese mit dem Gas Halon gefüllt. Luftfahrtunternehmen in der Europäischen Union müssen bei neuen Flugzeugen künftig jedoch auf den Einsatz von Halon in Feuerlöschern und Feuerlöschanlagen verzichten, ab 2025 darf generell kein Halon- Feuerlöscher eingesetzt werden.

 

Das Ingenieurbüro C-C Urban in Walzbachtal konzipiert Feuerlöscher mit Halonersatzmitteln und hat in diesem Zusammenhang auch neue Behälter aus Kohlefaser entwickelt. Im Rahmen der Entwicklungsarbeit kam die Idee auf, die bisher üblichen Metallventile durch leichtere Kunststoffventile zu ersetzen. Auf der Suche nach Entwicklungspartnern stieß das Unternehmen nicht nur auf die Fa. Fischer Gase Skarke GmbH in Neckarbischofsheim und die Fa. Risse & Co. GmbH in Warstein, sondern auch auf das Labor für Kunststoffverarbeitung an der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn. Die Entwicklung wurde gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.

 

Herausgekommen ist ein extrem leichter Handfeuerlöscher mit einer Gewichtsersparnis gegenüber herkömmlichen Modellen von über 20 Prozent. Die Gewichtsersparnis bedeutet gleichzeitig eine Reduktion des Kerosinverbrauchs und damit weniger CO2 Ausstoß. „Die Hochschule war bei diesem Projekt an der Werkstoffauswahl beteiligt, denn benötigt wurde ein Kunststoff, der chemikalienbeständig ist, eine hohe Festigkeit aufweist, hohe mechanische Belastungen aushält und darüber hinaus noch für die Luftfahrt zugelassen ist“, beschreibt Prof. Dr. Andreas Ujma, Leiter des Labors für Kunststoffverarbeitung an der FH, die Herausforderungen, “ hierzu mussten wir uns simulativ herantesten und den Werkstoff experimentell verifizieren.“

 

Nach zahlreichen Sprüh- und Rütteltests im Labor der Fachhochschule hat der neue Handfeuerlöscher-Prototyp seine Bewährungsprobe bestanden. Für Hubert Urban, Geschäftsführer des Ingenieurbüros C-C Urban, war die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule ein Gewinn: „Als Team auch mit den anderen Industriepartnern haben wir optimal und verlässlich zusammengearbeitet. Für uns wird es sicher nicht das letzte Projekte mit der Fachhochschule Südwestfalen sein.“