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Pressemitteilung-Detail

29.06.2022

Surfspaß für alle ohne Wind und Wellen

Projekt FinishING – Studierende der FH bringen eFoils zum Schweben

Soest. Selbst wenn ein studentisches Team nach hinten raus nicht ganz so wie geplant abgeliefert hat, „Finisher“ sind sie alle. Als Team zusammenarbeiten, in kurzer Zeit ein Produkt entwickeln und zur Marktreife bringen und am Ende ein Start-up vor einer Jury zu echten Wettbewerbsbedingungen präsentieren – gelernt haben alle Teilnehmer*innen aus dem Projekt. Zwei Gruppen mit insgesamt 100 Studierenden traten am Dienstag (28. Juni) in der Abschlusspräsentation des Projekts FinishING am Möhnesee gegeneinander an. Nach zwei gescheiterten Versuchen in 2018 und 2019, sollten die in stundenlanger Arbeit selbst gebauten Hydrofoil-Surfbretter im dritten Anlauf endlich einige Zentimeter über dem Wasser schweben. Das haben beide Teams in den Probeläufen auch geschafft.

An alles hatte Prof. Dr.-Ing. Christian Stumpf bei der Aufgabenstellung gedacht. So teilte er zu Beginn des Semesters vor genau zwölf Wochen zwei identische Bausätze an die Studierenden aus. Enthalten waren ein Board-Rohling aus Styrodur sowie ein komplett neuer Antriebsstrang mit 9 kW Leistung, drei Kilogramm leichter als die Modelle aus den Vorjahren. Außerdem standen eine neue, größere Tragflügelstruktur für mehr Auftrieb, Akkus und ein Motorcontroller zur Verfügung, alle elektrischen Komponenten wasserdicht. Schnell hatten die Studierenden zwei Teams gebildet, „hybo“ und „Dragonfly“. Das Projekt ist interdisziplinär ausgelegt, Studierende der Studiengänge Maschinenbau, Design- und Projektmanagement sowie Wirtschaftsingenieurwesen ließen ihr Know-how einfließen. So kümmerten sich innerhalb der beiden rivalisierenden Teams die einen um die Technik, die anderen um das Design und wieder andere um Management und Marketing. Prof. Stumpf, Dominic Glinka und Kai Laugsch lieferten die fachliche Beratung.
„Who needs waves“ lautete das Motto von Team „hybo“, die ihren Prototypen „Hyrookie“ mit einer Deckschicht aus Carbon und farblichen Akzenten veredelten. Sie legten bei ihrem Produkt Wert auf einfache Handhabung ohne Wind und Wellen, auf Qualität und Aussehen sowie auf eine technisch solide Performance. Team „Dragonfly“ stellte einen Fünfjahresplan vor, nachdem am Ende ein Standard E-foil, ein komfortables Long E-foil sowie ein sportliches Extreme Foil zur Auswahl stehen sollen.

 

Technisch betrachtet bestehen beide Boards aus einem Styroporkern, ummantelt mit glasfaserverstärktem Kunststoff und wasserdicht versiegelt. Im Board verbaut sind zwei ebenfalls wasserdichte Kästen, einer für die Steuerungselektronik, der andere für die Batterien. Bis zu 35 Kilometer pro Stunde schnell sind die mit Elektroantrieb betriebenen Boards bei idealen Bedingungen auf dem Wasser, maximal 80 Zentimeter können die Fahrer*innen auf dem Board stehend über der Wasseroberfläche schweben. Entscheidend ist das Hydrofoil unterhalb des Boards. Bei entsprechender Geschwindigkeit heben die Tragflügel das Surfbrett mittels des dynamischen Auftriebs einige Zentimeter über das Wasser. Gas wird über eine Hand-Fernbedienung gegeben, gesteuert wird per Gewichtsverlagerung.

 

Bei der Abschlusspräsentation im Seepark in Körbecke hatte jedes Team 20 Minuten Zeit, sein Geschäftsmodell zu präsentieren. Eine Jury, bestehend aus Vertreter*innen von Hochschule, aus Politik und Verwaltung sowie Sponsoring, vergab Noten für Konstruktion, Design, Originalität und das Gesamtkonzept. Ein Highlight sollte das abschließende Staffel-Wettrennen auf dem See werden, bei dem je zwei Pilot*innen beider Teams gegeneinander antreten sollten. Leider kam Team „hybo“ mit seinem Board nicht über die Startposition hinaus. Ein technischer Defekt, ausgelöst vermutlich durch zu hohe Sonneneinstrahlung, hatte den Antrieb lahmgelegt. Gewinner nach Punkten war schließlich Team „Dragonfly“. Juliana Tuna von der Ferchau GmbH überreichte dem ersten Sieger den „Ferchau-Förderpreis“ in Höhe von 1.600 Euro. Als weitere Hauptsponsoren unterstützten die Sparkasse SoestWerl, die mySpot marketing GmbH aus Lippstadt sowie die Fachhochschule Südwestfalen das Projekt.