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Pressemitteilung-Detail

02.06.2021

Additive Fertigung bei der WM der Berufe

WorldSkills Germany: FH-Professor Dr. Jens Bechthold bereitet Teilnehmer*innen auf die kommende Weltmeisterschaft in Shanghai vor

Soest. Einmal bei einer Weltmeisterschaft um den Titel kämpfen, sportlich aber schon bei den Bundesjugendspielen ausgestiegen? Für Auszubildende und Studierende tun sich mit den Meisterschaften der Berufe ganz neue Möglichkeiten auf. Der WordSkills Germany e.V. unterstützt junge Fachkräfte dabei, für Deutschland bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft zu starten. „Additive Fertigung“ ist auf dem besten Weg, neue Disziplin zu werden. Prof. Dr. Jens Bechthold von der Fachhochschule Südwestfalen soll die Teilnehmer*innen in Soest auf den internationalen Wettbewerb vorbereiten.

WorldSkills Germany verfolgt das Ziel, junge Menschen in der Ausbildung zu fördern und die Anerkennung für Ausbildungsberufe zu steigern. Das Netzwerk mit mehr als 80 Mitgliedern agiert bundesweit, Partner sind u.a. das Bundesministerium für Bildung und Forschung oder der Zentralverband des Deutschen Handwerks. Die Idee von einem internationalen Wettbewerb der Berufe mit friedensstiftendem Gedanken geht auf zwei Spanier zurück (1946). Heute treten alle zwei Jahre Auszubildende und junge Fachkräfte aus aller Welt gegeneinander an, jeweils im Wechsel bei einer EM oder einer WM. Es geht darum, die Fertigkeiten in verschiedenen Berufen unter Einhaltung anspruchsvoller internationaler Standards zu messen, darunter beispielsweise Disziplinen wie Anlagenelektronik, Mechatronik oder CNC-Fräsen.

Als ganz neue Disziplin soll die „Additive Manufacturing“ etabliert werden. Das 3D-Druckzentrum der FH in Soest gilt mit seinen Anlagen verschiedener Größen und Verarbeitungsformen als einzigartig in der Region. Hier können alle gängigen 3D-Druckverfahren inklusive Vor- und Nachbereitung angewendet werden. Prof. Dr.-Ing Jens Bechthold, Leiter des Zentrums, arbeitet ehrenamtlich für WordSkills Germany. Er unterstützt die Entwicklung der neuen Disziplin und möchte sich später als Nationaltrainer engagieren. Bedingt durch die maschinelle Ausstattung und die gute Vernetzung mit der Wirtschaft bietet das 3D-Druckzentrum also ideale Voraussetzungen für das Training der Teilnehmer*innen: „Durch die vielfältigen Ansätze in den Aufgaben des neuen Skill ist die Teilnahme von Studierenden, idealerweise dual Studierender oder solcher mit Ausbildung, denkbar und sinnvoll. Neben der reinen Additiven Fertigung sind Fähigkeiten wie 3D-Scan und additiv-gerechte Konstruktion und Bauteilgestaltung gefragt und wesentlicher Inhalt der Aufgaben.“

Der Plan ist, potenzielle Kandidat*innen für EM- und WM-Titel aus ganz Deutschland in Soest auf den Wettbewerb vorzubereiten. Für die Teilnahme qualifizieren sie sich durch ein nationales Auswahlverfahren. Der Professor erklärt, was zuvor noch passieren muss: „Bislang ist die additive Fertigung in der Berufsausbildung lediglich eine Zusatzqualifikation und nicht fest im Ausbildungsplan verankert. Daher ist eine große Aufgabe, geeignete Kandidat*innen für die Teilnahme zu ermitteln und dann gezielt auf den Wettbewerb vorzubereiten. Für die Auswahl muss zunächst noch das nationale Regelwerk in Anlehnung an die internationale Ausschreibung erarbeitet und festgelegt werden.“

Bei der Weltmeisterschaft in Kasan 2019 war die additive Fertigung immerhin schon als „Future Skill“ dabei. Derzeit arbeitet Prof. Bechthold in Kooperation mit russischen Kolleg*innen und WorldSkills Germany mit Hochdruck daran, alle notwendigen Wettbewerbsunterlagen wie Disziplinbeschreibung und Anforderungskatalog zu formulieren. Sollte dies rechtzeitig gelingen, könnten die WorldSkills in Shanghai 2022 die erste Station für ein internationales fachliches Kräftemessen werden.