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Pressemitteilung-Detail

02.07.2019

Eine Handbreit Wasser zu viel unterm Kiel

Projekt „Air Surfer“ an der FH – ein würdiges Finale ohne Schwebephase

Soest. 74 Studierende, zwei Hydrofoil-Surfbretter, ein Professor, der sich in die Fluten stürzt und zuletzt ein Team, das als Sieger vom Platz geht – das war das würdige Finale des Projekts „Air Surfer“. Zum 7. Mal haben sich Studierende der Fachhochschule Südwestfalen im Rahmen des Moduls „Angewandte Produktentwicklung“ der Aufgabe gestellt und in drei Monaten ein Produkt bis zur imaginären Markteinführung entwickelt. Bei der Abschlusspräsentation am Möhnesee (heute, Montag, 1. Juli) machten Wind und Wellen den Piloten allerdings einen Strich durch die Rechnung.

Team A hatte auf Show-Effekte gesetzt und war mit seinem Board „Tide Rider“ zur Musik der Fernsehserie „Knight Rider“ eingelaufen. Rote LEDs und ein pechschwarzer Lack komplettierten den Look. Die Konstrukteure im Team hatten 5 Schichten Styrofoam, 4 Schichten Glasfaser und 1 Schicht Aramidfaser verbaut. 2 Meter lang, 83 Zentimeter breit und 16 Zentimeter tief misst das Board, das mit einem 10,5 PS starken Elektromotor bis zu 35 km/h an Fahrt aufnehmen kann.

Team B hatte viel Wert auf das Design gelegt und für sein Board „E-Volit“ ein optisch ansprechendes Logo kreiert, bei dem ein fliegender Fisch und eine Welle einen Kreis bilden. Die Konstrukteure hatten zunächst mit Styropor-Platten aus dem Baumarkt experimentiert, um sich einem Design, wie es bereits im Bootsbau erfolgreich genutzt wird, anzunähern. Schicht auf Schicht nahm das Board Gestalt an, dabei wurden Lufteinschlüsse zum größten Feind und der Schleifer zum besten Freund von Team B.

Mit der Aufgabe, ein Hydrofoil-Surfbrett mit E-Antrieb zu bauen, knüpften die Studierenden an die Arbeit der „Flying Fiber“-Teams aus dem Vorjahr an. Beide Teams achteten dieses Mal noch mehr auf Hydrodynamik. Außerdem zeigten erste Trainingsläufe auf dem Lippstädter Alberssee vielversprechende Schwebeeigenschaften. In diesem Jahr waren 74 Studierende der Studiengänge Elektrotechnik, Design- und Projektmanagement, Maschinenbau, Technische Redaktion und Medienmanagement sowie Wirtschaftsingenieurwesen beteiligt. Jurymitglieder aus den Bereichen Hochschule, Politik und Wirtschaft vergaben Noten in den Kategorien Präsentation, Design, Konstruktion und Wettkampf. Mit Spannung erwartet wurde das Wettrennen. Team A absolvierte die Strecke auf dem Möhnesee in soliden 3 Minuten und 8 Sekunden und schaffte es sogar für einen Moment, das Board ein paar Zentimeter aus dem Wasser zu heben. Team B war sogar drei Sekunden eher im Ziel, allerdings erst im zweiten Anlauf und nachdem Projektleiter Prof. Dr. Christian Stumpf selbst in die kühlen Fluten gesprungen war, um das verirrte „E-Volit“ wieder einzufangen.

Wie ihre Vorgänger, hatten die Studierenden das Ziel, mit dem Board eine längere Strecke über dem Wasser zu schweben, verfehlt. Zwar standen beide Piloten sicher auf den Boards, aber Wind und starker Wellengang machten es fast unmöglich, ausreichend Geschwindigkeit aufzunehmen. Mit nur einem Punkt Vorsprung hatte Team A zuletzt die Nase vorn. Die Enttäuschung war groß, aber schließlich geht es um mehr, wie Student Luca Schmiz (Team B) es auf den Punkt brachte: „Das Projekt Angewandte Produktentwicklung ist eine super Möglichkeit, die Theorie mit der Praxis zu verbinden. Und egal, wie man sein Ziel erreicht, gerade hier ist am Ende der Weg doch das Ziel!“

Marco Butgereit von der Firma Ferchau Engineering in Oelde überreichte den Gewinnern den Ferchau-Förderpreis über 1.500 Euro. Neben der Ferchau Engineering GmbH unterstützten die Infineon Technologies AG, die HBPO GmbH, die Paul Serafini GmbH & Co. KG, die Sparkasse SoestWerl, die Volksbank Hellweg eG, die Manfred Gebhardt Stiftung sowie die Fachhochschule Südwestfalen das Projekt.