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Fachbereich Maschinenbau

Porträtreihe: Frauen im Maschinenbau

Frau Prof. Dr.-Ing. Susanne Cordes ist Professorin im Maschinenbau, mit dem Schwerpunkt Zerspanungstechnik und additive Fertigung.

Im Interview erläutert sie, weshalb sie sich für eine Laufbahn in der Technik entschieden hat und beschreibt, was sie an ihrer beruflichen Tätigkeit besonders schätzt.

Welche Faszination geht Ihrer Meinung nach von technischen Berufen aus? Was hat Sie dazu inspiriert, eine Karriere in diesem Bereich einzuschlagen, und welche Erfahrungen haben Sie auf diesem Weg gemacht?
Technische Berufe bieten nicht nur abwechslungsreiche Aufgaben, sondern auch die Möglichkeit, aktiv an der Zukunft mitzuwirken. Davon ist Professorin Dr.-Ing. Cordes überzeugt. „Die Vielfalt technischer Berufe ist beeindruckend. Es geht darum, Neues zu gestalten, Dinge zu bewegen – sei es in der Forschung und Entwicklung, der Produktion oder in anderen Bereichen von Unternehmen oder Forschungseinrichtungen“, erklärt sie. Besonders motivierend sei der Beitrag, den Technik zu einer nachhaltigeren Welt leisten könne – durch innovative Prozesse und Produkte. Ihr Studium im Maschinenbau hat sie durch den hohen Praxisbezug früh in die Berufswelt eingeführt: „Schon als Studentin konnte ich aktiv in meinem Fachgebiet arbeiten – das war besonders faszinierend.“

Susanne Cordes am CNC-Bearbeitungszentrum Typ VCP 1000 Duro von Mikron. Foto: Susanne Kurz. Susanne Cordes am CNC-Bearbeitungszentrum Typ VCP 1000 Duro von Mikron. Foto: Susanne Kurz.

Könnten Sie uns von einem besonders herausfordernden Projekt erzählen, an dem Sie gearbeitet haben, und wie Sie diese Herausforderung gemeistert haben?
Besonders prägend waren für Professorin Cordes die vielen interdisziplinären Projekte, an denen sie im Laufe ihrer Karriere mitgewirkt hat. „Ich habe mit Physikern, Materialwissenschaftlern und Kolleginnen und Kollegen aus ganz unterschiedlichsten Unternehmensbereichen wie Einkauf oder Logistik zusammengearbeitet – das war immer besonders spannend.“ In ihrer Laufbahn war sie sowohl in der Forschung als auch in der Industrie tätig, sie war Teil von zahlreichen spannenden Projekten z.B. mit großen Automobilherstellern. Herausforderungen habe es viele gegeben – doch sie betont: „Fast alle Probleme konnten wir im Team durch gutes Projektmanagement lösen.“

Wie sehen Sie die Rolle von Frauen in technischen Berufen und welche Veränderungen haben Sie ggf. in den letzten Jahren beobachtet?
In ihrer Arbeit setzt sich Professorin Cordes besonders für die Sichtbarkeit und Förderung von Frauen in technischen Berufen ein. „Im internationalen Umfeld habe ich viele Frauen in technischen oder wissenschaftlichen Berufen kennengelernt – zum Beispiel Ingenieurinnen aus Schweden, dort ist es ganz normal als Frau in der Technik tätig zu sein.“ In Deutschland wünscht sie sich mehr Fortschritte: „Ich habe leider immer wieder erlebt, dass junge Frauen sich nicht trauen, den Sprung in die Technik zu wagen.“ Als Professorin engagiert sie sich deshalb aktiv für Gleichstellung: „Ich möchte mit meiner Arbeit im Bereich der Gleichstellung und als Vorbild als Professorin im Bereich Maschinenbau andere Frauen ermutigen, den Weg in einen innovativen und zukunftssicheren Beruf als Maschinenbauingenieurin einzuschlagen.“

Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften halten Sie für besonders wichtig, um in technischen Berufen erfolgreich zu sein, und wie haben Sie diese entwickelt?
Für Professorin Cordes steht fest: „Neugier, der Spaß an neuen Dingen, Teamfähigkeit und ein gewisser Grad an Strukturiertheit“ sind essenziell, um in technischen Berufen erfolgreich zu sein. Ihr Studium im Maschinenbau habe genau diese Fähigkeiten gefordert und gefördert – durch die praxisnahe Ausbildung und die Methodenkompetenz: „Das strukturelle Vorgehen habe ich durch die Inhalte an der Hochschule gelernt, optimiert und konnte es direkt in Projekten anwenden.“

Was würden Sie jungen Frauen raten, die eine Karriere in der Technik anstreben, und welche Möglichkeiten sehen Sie für sie in der Zukunft?
Jungen Frauen, die eine Karriere in der Technik in Betracht ziehen, macht Professorin Cordes Mut: „Nutzen Sie die Chance, unsere Zukunft aktiv als Ingenieurin mitzugestalten.“ Das Maschinenbaustudium biete zahlreiche berufliche Möglichkeiten – nicht nur im klassischen Maschinenbau. „Ingenieurinnen werden in vielen Zukunftsbereichen gebraucht – ob in der Mobilität, der Medizintechnik, den erneuerbaren Energien oder der Luft- und Raumfahrt.“ Besonders begeistert zeigt sie sich vom Potenzial des 3D-Drucks: „In unserem Labor für Additive Fertigung zeigen wir den Studierenden, wie Produkte heute bereits mit 3D-Druck entstehen – von Medizintechnik über Luftfahrt bis hin zu ganzen Häusern.“ Für sie ist klar: „Die moderne Fertigungstechnik bildet die Grundlage für viele Zukunftstechnologien – und eröffnet jungen Frauen großartige Perspektiven.“