Zum Inhalt springen

Fachbereich Maschinenbau

Porträtreihe: Frauen im Maschinenbau

Marie Zöller studiert den Masterstudiengang Integrierte Produktentwicklung im Fachbereich Maschinenbau.

Im Interview gibt sie Einblicke, warum sie sich für ein technisches Studium entschieden hat und welche Herausforderungen es mit sich bringt.

Welche Faszination geht Ihrer Meinung nach von technischen Berufen aus? Was hat Sie dazu inspiriert, ein Studium in diesem Bereich einzuschlagen, und welche Erfahrungen haben Sie auf diesem Weg gemacht?
Die Faszination technischer und wissenschaftlicher Berufe liegt für Marie Zöller vor allem in der Möglichkeit, an innovativen Projekten mitzuwirken. „Beispielsweise neue Produkte zu entwickeln, zu erproben und später zu verwirklichen – das begeistert mich“, erzählt sie. Sie empfindet technische Berufe als besonders abwechslungsreich: „Es wird nie langweilig, weil sich die Wissenschaft immer weiterentwickelt.“ Schon früh habe sie gewusst, dass sie einen Beruf ausüben möchte, „der mich auch persönlich inspiriert und weiterbringt“. Ihre eigene Persönlichkeit beschreibt sie so: „Ich würde mich selbst als kreativen und technisch versierten Menschen beschreiben.“ Genau diese Verbindung sieht sie auch im Studium gegeben: „Das Studium verbindet diese Bereiche sehr gut miteinander.“

Marie Zöller am Universalhärteprüfer. Mit dem Härteprüfer kann die Härte eines Werkstoffes bestimmt werden. Foto: Christian Klett, FH Südwestfalen Marie Zöller am Universalhärteprüfer. Mit dem Härteprüfer kann die Härte eines Werkstoffes bestimmt werden. Foto: Christian Klett, FH Südwestfalen

Könnten Sie uns von einem besonders herausfordernden Projekt erzählen, an dem Sie gearbeitet haben, und wie Sie diese Herausforderung gemeistert haben?
Da sie sich derzeit im Masterstudium befindet, nennt sie ihr Studium als bislang größte Herausforderung. „Das Studium ist mein herausforderndes Projekt Nr. 1 – besonders hervorzuheben ist hier das Verfassen meiner Bachelorarbeit.“ Trotz des hohen Anspruchs habe sie ihren Weg nie infrage gestellt: „Ich habe zu keinem Zeitpunkt daran gezweifelt, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.“ Für sie ist der Schlüssel zum Erfolg, strukturiert und motiviert an Themen heranzugehen. Zudem betont sie die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Ganz besonders wichtig auf dem Weg ist die Zusammenarbeit untereinander – sei es mit Kommiliton:innen oder im Arbeitsumfeld.“ Dabei sei Kommunikation zentral: „Es ist wichtig, miteinander zu kommunizieren und gemeinsam Lösungswege zu finden.“

Wie sehen Sie die Rolle von Frauen in technischen Berufen und welche Veränderungen haben Sie ggf. in den letzten Jahren beobachtet?
Zur Rolle von Frauen in technischen Berufen hat sie eine klare Meinung: „Ich finde es sehr wichtig, dass Frauen die Möglichkeit haben, in technischen Berufen zu arbeiten.“ Leider erlebe sie in ihrem Alltag noch immer Vorurteile: „Auch privat stößt man immer wieder auf Unverständnis – es sei unüblich für eine Frau, so etwas zu studieren.“ In der Praxis zeigt sich aus ihrer Sicht ein ähnliches Bild: „Gerade der Maschinenbau ist sehr männerdominiert.“ Dennoch konnte sie positive Erfahrungen sammeln: „Ich habe auch Frauen kennengelernt, die überzeugte Ingenieurinnen sind.“

Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften halten Sie für besonders wichtig, um in technischen Berufen erfolgreich zu sein, und wie haben Sie diese entwickelt?
„Man sollte grundlegendes technisches und mathematisches Verständnis bzw. Interesse mitbringen“, meint sie. Entscheidend sei jedoch auch die innere Motivation: „Wenn eine Person grundsätzlich fasziniert von Wissenschaft und Technik ist und motiviert ist, ihre Fähigkeiten dahingehend zu stärken und zu optimieren, kann sie viel erreichen.“ Sie selbst habe das Glück gehabt, in einem passenden Umfeld aufzuwachsen, „wo ich von klein auf viel mit Handwerk und Kreativität zu tun hatte.“ Auch in der Schule habe sich ihr Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern früh gezeigt: „Die naturwissenschaftlichen Fächer waren für mich immer interessanter als andere.“

Was würden Sie jungen Frauen raten, die ein Studium in der Technik anstreben, und welche Möglichkeiten sehen Sie für sie in der Zukunft?
Junge Frauen, die ein Studium in der Technik anstreben, möchte sie ermutigen: „Ich würde junge Frauen immer darin bestärken, eine Karriere in der Technik oder Wissenschaft einzuschlagen.“ Dass sich die Situation allmählich verbessert, stimmt sie optimistisch: „Ich finde es sehr gut, dass die Frauenquote in technischen Berufen – auch in Führungspositionen – steigt.“ Das sei wichtig, „weil dadurch geschlechterspezifische Vorurteile mehr und mehr abgelegt werden und die Chancengleichheit steigt“. Besonders in der Berufsorientierungsphase sei es entscheidend, Vorbilder zu haben: „Es ist wichtig, zu sehen, dass auch Frauen in MINT-Bereichen erfolgreich sein können.“ Für die Zukunft hat sie eine klare Vision: „Ich sehe mit viel Hoffnung in eine Zukunft, in der keine eingefahrenen Strukturen vorherrschen und junge Menschen geschlechterunabhängig ihren Interessen nachgehen.“

Marie Zöller am Lichtmikroskop. Unter dem Lichtmikroskop kann bspw. das Gefüge eines Werkstoffes betrachtet werden. Foto: Christian Klett, FH Südwestfalen Marie Zöller am Lichtmikroskop. Unter dem Lichtmikroskop kann bspw. das Gefüge eines Werkstoffes betrachtet werden. Foto: Christian Klett, FH Südwestfalen