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Starke Frauen – Starke Stimmen

Perspektiven in Technik und Wissenschaft

Gebäude Soest

"Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg"

Alexandra Cristina Copony studiert Business Administration with Informatics (B.A.) im sechsten Semester und ist Werkstudentin im Group Controlling für Winkelmann Group und Marketing-Tutorin

Welche Faszination geht Ihrer Meinung nach von technischen bzw. wissenschaftlichen Berufen aus? Was hat Sie dazu inspiriert, ein Studium in diesem Bereich einzuschlagen, und welche Erfahrungen haben Sie auf diesem Weg gemacht?
Für viele beginnt die Faszination für technische oder wissenschaftliche Berufe schon in der Kindheit. Bei Alexandra Cristina Copony war es ein etwas anderer Weg: "Ich habe mich schon immer für Betriebswirtschaft interessiert, da ich mit meinem Mann in Rumänien eine Imkerei betrieben habe", erzählt sie. Der Wunsch, tiefer in die Materie einzusteigen, führte sie schließlich zu einem Studiengang, der Betriebswirtschaftslehre und Informatik verbindet. "Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei", sagt sie.

Sie betont, wie wichtig es ihr ist, als erste Person in ihrer Familie mit einem Studienabschluss zu zeigen, "dass es möglich ist, alle Hindernisse zu überwinden." Das Studium eröffnete ihr neue Perspektiven: "Es gibt mir Einblicke in IT und Management und das Rüstzeug, um zur Lösung der sich entwickelnden Probleme der Gesellschaft beizutragen." Für sie ist klar: "Geld mag die Welt in Schwung bringen, aber es sind die Unternehmer, die die Richtung bestimmen, und die Informatiker, die die notwendigen Werkzeuge entwickeln."

Könnten Sie uns von einem besonders herausfordernden Projekt erzählen, an dem Sie gearbeitet haben, und wie Sie diese Herausforderung gemeistert haben?
Wie herausfordernd und gleichzeitig bereichernd ein technischer Beruf sein kann, erlebte sie bereits im zweiten Semester: Eine lokale Bäckerei beauftragte sie mit der Entwicklung eines neuen Online-Shops und Kassensystems. "Ich hatte keine Programmier- oder Designkenntnisse, und meine Deutschkenntnisse waren ein optimistisches A2", erinnert sie sich. Doch sie stellte sich der Aufgabe – mit langen Nächten, viel Kaffee und dem festen Willen, zu lernen: "In ein paar Monaten wurde ich von jemandem, der den Computer benutzte, um Bücher online zu lesen, zu einem Inhaltsersteller, Softwaredesigner, Bildbearbeiter und Projektmanager." Besonders stolz ist sie darauf, ein Produkt mitentwickelt zu haben, das bis heute im Einsatz ist. "Dieses Projekt hat meinen Glauben an den Leitsatz ‚Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg‘ noch einmal bestätigt."

Wie sehen Sie die Rolle von Frauen in technischen bzw. wissenschaftlichen Berufen und welche Veränderungen haben Sie ggf. in den letzten Jahren beobachtet?
Seit rund drei Jahren lebt sie in Deutschland und beobachtet einen offenen Umgang mit Frauen in der Technik. "Ich kann sagen, dass Deutschland im Gegensatz zu Rumänien offener für Frauen in technischen und wissenschaftlichen Berufen ist, unabhängig von ihrer Herkunft." Sie ist davon überzeugt, dass "Männer und Frauen gleichermaßen in der Lage sind, mit den Herausforderungen der Technik umzugehen. Ich denke, dass in diesen Bereichen die Zeit der geschlechtsspezifischen Arbeitsplätze vorbei ist."

Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften halten Sie für besonders wichtig, um in technischen bzw. wissenschaftlichen Berufen erfolgreich zu sein, und wie haben Sie diese entwickelt?
Was es heute braucht, um in diesen Berufen erfolgreich zu sein? "Kritisches Denken, Kreativität und keine Angst davor, unbequeme Fragen zu stellen", so ihre Antwort. Besonders im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz seien diese Fähigkeiten essenziell. Sie verweist auf ein Zitat von Goya, das sie begleitet: "Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer." Aber auch emotionale Stärke sei wichtig: "Der Alltag, ob im Beruf oder zu Hause, ist voller Hindernisse. Die Fähigkeit, selbst in der schlimmsten Situation einen Grund zum Lächeln zu finden, macht den Unterschied zwischen einem Angestellten und einem Profi."

Was würden Sie jungen Frauen raten, die eine Karriere in der Technik bzw. Wissenschaft anstreben, und welche Möglichkeiten sehen Sie für sie in der Zukunft?
Ihr Rat an junge Frauen, die eine Karriere in Technik oder Wissenschaft anstreben, ist eindeutig: "Lasst euch von niemandem sagen, was ihr könnt oder nicht könnt. Ihr seid gut genug und habt euer Schicksal selbst in der Hand." Und sie fügt hinzu: "Ihr seid die einzige Person, die euch im Weg steht – tut etwas dagegen."